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Showmaster Thomas Gottschalk.

Premiere am 5. Juni

Neue TV-Show: Das ist Gottschalks erster Studiogast

Berlin - Thomas Gottschalk tritt am Sonntag bei RTL mit einem neuen Format an – wenn gleichzeitig im Ersten der „Tatort“ läuft. Eingeladen hat er einen ganz besonderen Studiogast.

Vom unumstrittenen König des Samstagabends zum Himmelfahrtskommando am Sonntagabend – so ändern sich die Zeiten. Showdino Thomas Gottschalk muss bei der Premiere seiner neuen RTL-Infoshow mit dem Titel „Mensch Gottschalk – Das bewegt Deutschland“ ausgerechnet gegen den – vom Fußball einmal abgesehen – stärksten anzunehmenden Gegner antreten, den ARD-„Tatort“.

Dass der 66-Jährige dieses Duell wagen muss, hat einen ganz konkreten Grund. Die neue Sendung, in der Gottschalk glatte drei Stunden mit Gästen über diverse Themen plaudern wird, ist eine Gemeinschaftsproduktion der Produktionsfirmen dctp und „Spiegel TV“ für RTL. Der Sender hat seine Lizenz von der Landesmedienanstalt in Niedersachsen. Sie macht zur Bedingung, dass RTL am Sonntag einen sogenannten Drittsendeplatz für dctp und „Spiegel TV“ frei halten muss. Deshalb ist für Gottschalks Show kein anderer Wochentag möglich.

Schwieriger Sendeplatz gegen den Tatort

Also arrangiert sich der große Herbstblonde mit den Rahmenbedingungen bei seiner Premiere. „Das wird hart gegen den „Tatort“, das weiß ich, aber ich hol’ zumindest die ab, die um 20.35 Uhr aus der Bibliothek kommen und die Leiche schon verpasst haben“, sagt Gottschalk. Der Moderator hat nach seinem Abgang beim inzwischen eingestellten ZDF-Klassiker „Wetten, dass...?“ Ende 2011 vor rund 15 Millionen Zuschauern längst nicht mehr die Massen vor die Bildschirme holen können. Sein Versuch, im Ersten am Vorabend eine neue werktägliche Sendung („Gottschalk live“) mit einem netzaffinen Potpourri von Themen zu servieren, scheiterte nach wenigen Wochen an der Quote. Sein Einsatz als Jurymitglied beim RTL-„Supertalent“ war blass, „Gottschalks großes Klassentreffen“ war auch kein Hit.

Auf die neue Sendung lässt der Entertainer, der nicht so recht vom Fernsehen lassen kann, nichts kommen: „Das ist kein schlaffer letzter Versuch, das liegt mir“, sagt er. „Das persönliche Involviertsein wird man der Show anmerken. Kein hippen Themen, kein Hashtag Gottschalk, das hatte ich schon mal, keine erhobenen Daumen, keine Smileys, ich werde auch niemanden in meinem Leben Ziegenficker nennen, sondern bin der Gottschalk, den die Leute kennen.“

Keineswegs nur launige Themen

Einer seiner Gäste wird Samuel Koch sein. Der junge Mann, heute 28, verletzte sich beim Sprung über fahrende Autos am 4. Dezember 2010 bei „Wetten, dass...?“ so schwer, dass er querschnittsgelähmt blieb. Gottschalk erklärte ein paar Wochen später seinen Rücktritt, den er dann Ende 2011 vollzog. Ansonsten wird er sich des Themas Krebs annehmen, auch der Situation in Europa kurz vor der Fußballeuropameisterschaft und der Zukunft der Mobilität. Eingeladen zu diesem Thema ist Daimler-Chef Dieter Zetsche, mit dem der Moderator eine Tour im selbstfahrenden Auto unternahm.

Wenn es nach Gottschalk geht, könnte die Sendung viermal im Jahr zu sehen sein. Eine gewisse Skepsis, eigentlich untypisch für Gottschalk, ist ihm anzumerken, wenn er auf den Sonntag blickt und sagt: „Wenn ich gegen den ,Tatort‘ halbwegs respektabel abschneide, bin ich froh – früher habe ich mir den Vorabend schön geredet, heute den Sonntag.“

Wobei man RTL andererseits auch schlechtes Timing vorwerfen kann. Nach dem aktuellen „Tatort“ an diesem Sonntag beginnt die Sommerpause, nur eine Woche später hätte der Moderator „nur“ gegen eine Wiederholung antreten müssen.

dpa

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