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Francine Jordi und Alexander Mazza treten die Nachfolge von Andi Borg beim "Musikantenstadl" an.

Francine Jordi und Alexander Mazza

Das sind die beiden neuen "Stadl-"Chefs

Wien - Jünger, moderner und erfolgreicher soll der „Musikantenstadl“ werden. Nun stehen zwei neue Moderatoren fest. Doch der Wandel birgt Risiken.

2,3 Milliarden Menschen. So viele Zuschauer sahen in der Erfolgsära des kürzlich gestorbenen Karl Moik bis 2005 den „Musikantenstadl“. Eine Sonderausgabe der Volksmusikshow von 1999 aus Peking zog allein mehrere hundert Millionen Zuschauer des chinesischen Staatsfernsehens in den Bann. Doch die großen Erfolge der Sendung gehörten zuletzt der Vergangenheit an. Jüngst machte der „Stadl“ eher mit Personalquerelen Schlagzeilen. Nun soll mit Francine Jordi (37) und Alexander Mazza (42) ein neues Moderatorenduo die Sendung umkrempeln.

„Beide stehen für jene inhaltliche und personelle Öffnung der Musikshow, die ORF, ARD und SRF gemeinsam beschlossen haben“, teilten die Partnersender am Donnerstag mit. Die Schweizer Sängerin und der deutsche Moderator sollen vor allem jüngeres Publikum für den alteingesessenen „Stadl“ begeistern.

Beiden steht damit eine nicht unproblematische Aufgabe bevor. Unter dem Moderator Andy Borg (54) litt die Sendung wie auch andere große Samstagabendshows zuletzt unter Zuschauerschwund. Seit dem Ende von „Wetten, dass..?“ ringen die Sender darum, mit großen Unterhaltungsshows ein Millionenpublikum zu binden. Auch vor dem „Stadl“, der zu den ältesten TV-Shows in Deutschland zählt, machte der Wandel nicht halt.

Er hätte sich gerne weiter für die Sendung eingesetzt, ließ Borg noch bei seiner Absetzung vor einigen Monaten wissen. Doch den Verantwortlichen bei den Sendern war der 54-Jährige zu alt - und nicht mehr erfolgreich genug. 1994 schalteten im Jahresschnitt noch 7,53 Millionen Menschen (Marktanteil: 25,9 Prozent) den „Stadl“ ein. 2014 waren es nur noch 3,96 Millionen (13,6 Prozent).

Unter manchen eingefleischten Fans der Musiksendung löste die Absetzung Borgs nicht gerade Begeisterung aus, viele äußerten sich auch am Donnerstag auf dessen Facebook-Seite kritisch zum neuen Moderatorenteam. Borg selbst hatte bei seiner Ablösung noch geklagt, er hätte gerne die Zukunft der Sendung mitgestaltet.

Wie genau es beim „Stadl“ nun mit Jordi und Mazza weitergehen soll, ist dabei längst noch nicht klar. Details sollen noch bekanntgegeben werden, hieß es lediglich. Die Schweizer Sängerin feierte bislang vor allem als Volksmusikinterpretin Erfolge. Sie gewann den Grand Prix der Volksmusik und trat für die Schweiz 2002 beim Eurovision Song Contest (ESC) an. Der deutsche Moderator Mazza präsentierte bislang hingegen überwiegend Magazinsendungen, etwa „SAM“ auf ProSieben oder „Mona Lisa“ im ZDF.

„Es gilt nicht nur Bekanntes weiter zu pflegen, sondern auch Neues zu entdecken, eine Bühne zu geben und musikalische Grenzen auszuloten“, sagte Mazza nun über seine Pläne beim „Musikantenstadl“. Ob dies die Zuschauerquoten wieder steigen lässt, wird sich zeigen.

dpa

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