Liebe im "Meteora"-Kloster

München - Dieser Film ist eine einzige Liebeserklärung. In erster Linie an die beeindruckende Landschaft: Die griechische Region Thessalien spielt eine gewichtige Rolle in „Meteora“, diesem hochartifiziellen Herzschmerzdrama.

Die Natur trennt und vereint die beiden Liebenden, den Mönch Theodorus aus dem Kloster auf dem einen Berg, und die Nonne Urania, die auf dem anderen Berg in einem anderen Kloster wohnt. Weitab von aller Weltlichkeit leben die beiden hier in strenger Askese gemäß der strikten Rituale ihrer orthodoxen Orden. Nur selten steigen die Klosterleute hinab ins Tal. Bei einer solchen Gelegenheit begegnen sich Theodorus und Urania zum ersten Mal, und fortan suchen sie immer wieder den Kontakt zueinander. Sie werden ein Liebespaar und geraten durch ihre heimliche Beziehung in immer größere Gewissensnöte.

Diese eher übersichtliche Handlung setzt der griechisch-kolumbianischen Filmemachers Spiros Stathoulopoulos in besonderes Licht, kombiniert fast dokumentarisch-rohe Aufnahmen mit Scherenschnitten und christlicher Ikonographie. Vor der beeindruckenden Kulisse der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Meteora-Klöster erzählt Stathoulopoulos eine archaisch-wuchtige Geschichte von spiritueller Hingabe und sexueller Anziehungskraft. „Meteora“ bietet ein die Sinne anregendes, in höchstem Maße ungewöhnliches Kino-Erlebnis.

Rubriklistenbild: © dpa

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