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Nach der Geiselnahme in Viernheim kehrt langsam wieder Normalität ein.

Kinobetrieb läuft reibungslos

Zurück zur Normalität: Viernheim nach der Geiselnahme

Viernheim – Kein Flatterband mehr. Nichts ist länger abgesperrt. Nach der Geiselnahme im Kinopolis wollen die Menschen wieder zur Normalität zurück. 

Seit Samstag läuft der Kinobetrieb in Viernheim wieder. Doch der Schock sitzt auch drei Tage nach dem SEK-Einsatz (WIR BERICHTETEN MEHRFACH) noch tief. Am Sonntagabend soll das EM-Public Viewing zum Deutschland-Slowakei-Spiel in einem der Kinosäle aber wie geplant stattfinden. Auf Moderation und Rahmenprogramm wollen die Veranstalter allerdings verzichten.

Das Rhein-Neckar-Zentrum, das auch der Vermieter des Kinos ist, hat am Freitag die Zahl der Sicherheitskräfte auch wegen des Bauernmarktes auf dem Stadtplatz von zwei auf sieben erhöht, wie Center-Manager Patrick Steidl sagt. Die Polizei sei auch noch präsent gewesen. Wer die Beamten nach dem Grund ihrer Streife fragt, bekommt zur Antwort: Nicht wegen der Geiselnahme. „Hauptsächlich wegen Taschendieben.“

„Gut, dass ich gestern nicht da war“, sagt Mario Mayer, der für eine Imkerei aus dem nahen Seeheim-Jugenheim am Freitag an einem Stand steht und Honig verkauft. Schockiert sei er aber nicht. „Ich wäre hier stehen geblieben“, bekundet der 48-Jährige. „Wenn mich eine Kugel trifft, dann trifft sich mich halt. So einfach ist das.“

„Man weiß nie, wo diese Verrückten rumrennen“

Woher diese Gelassenheit? „Wenn Sie über die Straße gehen, können Sie überfahren werden. Wenn Sie die Treppe runtergehen, können Sie runterfallen. Außerdem weiß man nie, wo diese Verrückten rumrennen.“ 

Der mutmaßliche Geiselnehmer, S.M., war ein 19-Jähriger aus Mannheim – warum er die schreckliche Tat begangen hat, ist nach wie vor unklar (WIR BERICHTETEN).

Geiselnahme: SEK-Einsatz im Kinopolis

Es seien zwar an diesem Markttag weniger Leute an den Ständen. Das liege aber sicher eher an der brütenden Hitze als an der Geiselnahme, erklärt der Honigverkäufer.

Roland Hess liest sich einen Bericht zur Geiselnahme in der Zeitung durch.

Gelassen gibt sich auch Roland Hess, der neben dem Honigstand an einem Tisch sitzt und Zeitung liest. Das Kino-Drama ist die große Geschichte auf Seite 1. Der 62-Jährige aus dem nahen Weinheimgibt sich entspannt auf die Frage, warum er einen Tag nach der Geiselnahme auf den Bauernmarkt gekommen ist. „Warum nicht? Das ist doch vorbei.“ So sieht es auch eine Frau, die zum Markt eilt.„Das hält mich nicht davon ab“, sagt sie. „Die Geiselnahme ist erledigt, die ist vorbei. Außerdem kann man sein Leben nicht danach einrichten.“

Eine Mutter wollte mit ihrer kleinen Tochter sogar wieder ins Kino.„Da mache ich mir keinen Druck und keine Angst“, sagt die Frau. „Das kann überall passieren.

dpa/sag

>>> Hier geht es zu unserer Themenseite „Geiselnahme im Kinopolis“

Chile, USA, Zypern: Kinopolis-Geiselnahme geht um die Welt

Quelle: Mannheim24

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