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Silberschale mit Steineinlagen, mittig die zweitverwendete Zierplatte einer Onyxfibel 5. Jh. n.Chr.Parallelen für diese Silberschale finden sich im ostgermanisch-hunnischen Siedlungsgebiet des Karpatenbeckens. Die Schale ist daher ein starkes Indiz für die Herkunft des Besitzers des Rülzheimer Schatzes aus dem osteuropäischen Raum.

Ausstellungseröffnung

Der Barbarenschatz von Rülzheim

Speyer - Vom 15. Oktober bis 4. Januar zeigt das Historische Museum der Pfalz einen illegal ausgegrabenen Barbarenschatz. Mehr zur Sonderausstellung:

Ein großer Silberteller, eine Silberschale, zahlreiche goldene Gewandapplikationen, Reste eines versilberten und vergoldeten Klappstuhls, einige Silberstatuetten sowie Überreste verschiedener anderer Gegenstände aus Edelmetall. Das sind die Fundstücke, die ein Raubgräber in der Südpfalz gemacht hat jetzt in der Sonderausstellung „Seiner Geschichte beraubt. Der Barbarenschatz von Rülzheim“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer gezeigt werden.

Raubgräber im Rülzheimer Wald

Der 22-jährige Raubgräber aus Speyer war beim Sonden-Gehen in einem Wald bei Rülzheim auf mehrere Gegenstände aus Silber und Gold gestoßen. Zum Entsetzen von professionellen Archäologen hatte der „Kollege“ die Fundstücke unsachgemäß aus dem Boden gerissen und damit den Fundort zerstört.

Zudem hatte der Raubgräber seinen Fund nicht den Behörden gemeldet. Die wurden auf den Mann aufmerksam, als er Videos seiner Sondengängen und Funde auf YouTube veröffentlichte.

Der Barbarenschatz von Rülzheim

Der Barbarenschatz und offene Fragen

Die Fundstücke sind bis zum 4. Januar 2015 im Historischen Museum der Pfalz in Speyer zu sehen. Sie stammen vermutlich aus dem 5. Jahrhundert nach Christus, der Zeit der Völkerwanderung.

Die Archäologen gehen davon aus, dass die Gegenstände einem hochgestellten Würdenträger aus Ostgermanien oder dem westlichen Teil des Hunnenreichs gehörten. Andere Fundstücke lassen sich im oströmischen-byzantischen Bereich verorten.

Dabei stellen sich den Forschern einige offene Fragen: Wer war der ursprüngliche Besitzer des Schatzes? Warum kam er aus Osteuropa in die Vorderpfalz? Stand er im Dienste der Römer oder gehörte er zu den Invasoren?

Manche dieser Fragen können die Archäologen heute leider nicht mehr beantworten, da der Raubgräber bei der amateurhaften Hebung des Schatzes die im Boden vorhandenen Spuren unwiederbringlich zerstört hat.

Historisches Museum der Pfalz Speyer/red

Quelle: Mannheim24

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