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Mehr Stechmücken gibt es nach Einschätzungen von Kabs dieses Jahr am Oberrhein.

Nach Schätzungen der Mückenjäger

Doppelt so viele Mücken wie im Vorjahr

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Speyer – Gute Zeiten für Stechmücken: Aufgrund des Rhein-Hochwassers und heimtückischer Winde hat sich die Zahl der Schnaken am Oberrhein im Vergleich zu 2014 verdoppelt.

Dieses Jahr ist wieder ein heftiges Jahr“, sagt Norbert Becker, der wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs).

Nach Einschätzungen der Mückenjäger habe sich die Zahl der Stechmücken am Oberrhein aufgrund des Rhein-Hochwasser und heimtückischer Winde in diesem Jahr kräftig vermehrt.

Erschwerte Bekämpfung durch Hochwasser und Winde

Während in den Vorjahren etwa 95 Prozent der Mückenlarven mit dem biologischen Bekämpfungsstoff Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) hätten abgetötet werden können, seien es in diesem Jahr vermutlich nur 90 Prozent gewesen.

Wegen der vom Rhein-Hochwasser verursachten Überschwemmungen konnten die Kabs-Mitarbeiter das Bti nach seinen Angaben am Boden nicht überall ausbringen. Wegen der von Temperaturschwankungen verursachten Winde hätten die ebenfalls bei der Bekämpfung eingesetzten Hubschrauber mitunter nicht fliegen können.

Die Folgen machten sich jetzt bemerkbar, vor allem in der Nähe von Auenwäldern. „Jetzt spürt man die, die die Bekämpfung überlebt haben“, sagt Becker. Eine katastrophale Plage sei aber verhindert worden. In den kommenden zwei Wochen soll sich die Lage weiter entspannen. Die „Hochphase“ sei um den 4. Juni herum gewesen. Becker.

Kampf von Bingen bis zum Kaiserstuhl

Die Kabs bekämpft die geflügelten Plagegeister am Rhein zwischen Bingen im Norden und dem Kaiserstuhl im Süden. 

Die Schnaken legen ihre Eier am Ufer dicht über der Wasseroberfläche ab. Werden sie überspült - etwa durch ein Hochwasser – schlüpfen die Larven. Sie fressen das Bti – ein Eiweiß – und werden laut Kabs gezielt abgetötet, ohne dass andere Organismen nachweisbar geschädigt werden. Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau fordern allerdings eine unabhängige Untersuchung zur Bti-Wirkung auf Zuckmücken.

Nach Beckers Angaben hatte der Rhein am 5. Mai den höchsten Stand in diesem Monat seit 30 Jahren erreicht. Grund waren heftige Regenfälle im Schwarzwald und in der Schweiz. Die Folge sei ein „Massenschlüpfen“ gewesen. Die Kabs brachte deshalb im Mai 150 Tonnen Bti aus – drei Viertel des gesamten Jahres 2014 (200 Tonnen). „Wir haben wirklich am Anschlag gekämpft“, sagt Becker.

Deutlich werde der Einsatz, wenn man vergleiche, wie viele Mücken sich in behandelten und unbehandelten Gebieten tummelten. An der Kühkopf-Insel in Südhessen etwa, wo kein Bti eingesetzt wird, seien in einer Nacht etwa 30 000 Exemplare in eine Falle gegangen. In Gegenden mit Bti-Einsatz wie Biblis und Lampertheim in Südhessen oder Philippsburg in Nordbaden gingen hingegen nur 500 bis 1000 Exemplare in die Falle.

dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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