+
Die Ermittlungen zum blutigen Drama vor dem Polizeirevier in den H-Quadraten laufen auf Hochtouren..

Aktuelle Zusammenfassung 

Die schreckliche Bluttat vor dem Polizeirevier in den H-Quadraten

  • schließen

Am Donnerstagabend eskaliert ein Streit in der Innenstadt, bei dem ein 20-Jähriger vor dem Polizeirevier erstochen wird. Ein besonders tragischer und komplizierter Fall, der im Laufe der Ermittlungen immer noch viele Fragen offen lässt...

Gegen 22.30 Uhr kam es in den H-Quadraten der Mannheimer Innenstadt zu einem Streit zwischen mindestens fünf Männern. Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei zufolge habe ein Beamter die Streitigkeiten zunächst geklärt und unverzüglich das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Mannheim auf die kritische Lage aufmerksam gemacht.

Niedergestochen: 20-Jähriger vor Polizeirevier getötet

Vor dem Eintreffen weiterer Polizeikräfte soll die Lage ein weiteres Mal eskaliert sein, was den Tod eines 20-jähriger Mannes zur Folge hatte, nachdem er offensichtlich von einem der drei Angreifer in den Hals gestochen wurde. Ein weiter Mann (44), bei dem es sich um den Vater des Getöteten handeln soll, sei ebenfalls attackiert und schwer verletzt worden. Die drei unbekannten Täter konnten fliehen, die Fahndung wurde sofort eingeleitet. 

Zeugen glauben, dass die Tat hätte verhindert werden können

Im Laufe der Ermittlungen meldeten sich am Freitagvormittag Zeugen zu Wort, sodass sich Vorwürfe gegen ein mögliches falsches Verhalten der Polizei verhärteten.

Mehreren Zeugenberichten zufolge sollen Vater und Sohn panisch um Hilfe schreiend zur Polizeistation gerannt sein, um in Sicherheit zu gelangen, wo sie jedoch mehrere Minuten nur eine verschlossene Tür vorgefunden hätten. Weiter heißt es, dass ein Beamter sogar die Tür geöffnet, kurz darauf aber wieder geschlossen habe und in die Wache geflüchtet sei. Danach soll die tödliche Attacke erfolgt sein. Eine Beamtin des H4-Reviers sei kurz darauf aus dem Fenster der Wache gesprungen, um den Verletzten zu helfen. 

Im weiteren Verlauf der Ermittlungen konnten die ersten Ermittlungerfolge verzeichnet werden. Denn ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass mehrere Tatverdächtige gefasst werden konnten. Ob ein dringender Tatverdächtiger vernommen wurde, wurde zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt. 

Kurz darauf stellt sich ein 22-Jähriger der Polizei in Ludwigshafen. Er soll im Zusammenhang mit der Bluttat stehen, doch über seine genau Rolle und ob er möglicherweise der Täter ist, machte er keine Angaben und schwieg vehement. 

Die Stellungnahme der Polizei Mannheim ließ nicht lange auf sich warten: In einer Mitteilung wehrte sich die zuständige Polizeistelle gegen die schweren Vorwürfe und erklärte, dass ein Beamter bei der Einschreitung in die Tat, selbst angegriffen wurde und sich zurück zog um seine Schutzweste anzulegen und auf Verstärkung zu warten. 

Mannheims Polizeipräsident Thomas Köber beschrieb die Häufung der Ereignisse am Tatabend als "typisch" für Mannheim. Jedoch sei die Stadt mit in diesem Jahr 69 polizeilich erfassten Schlägereien und neun Tötungsdelikten kein "Ausreißer" unter Baden-Württembergs Großstädten. Außerdem stellte sich Köber schützend vor seinen Kollegen, der in der Tatnacht alleine im Revier war, da zeitgleich sechs Kollegen im Einsatz waren: "Er hat sich sehr tapfer verhalten, ihm ist kein Vorwurf zu machen."

Trauer um den getöteten 20-Jährigen

Nach der tödlichen Messerstecherei vor dem Polizeirevier H 4 in Mannheim sieht die Staatsanwaltschaft bislang keinen Grund für Ermittlungen gegen den beteiligten Beamten. Derzeit gebe es keinen Anfangsverdacht, der auf ein Fehlverhalten des Polizisten hindeute, so ein Sprecher.

Mittlerweile meldete sich auch Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) zu Wort. "Nach dem, was bekannt ist, hat sich der Beamte richtig und auch mutig verhalten", so Kurz. "Ein pauschaler Ruf nach mehr Polizei ist da eine überzogene Reaktion."

Fünf Tage nach dem Tod des 20-Jährigen Mustafa A., kam das vermeidliche Motiv des Täters ans Licht. Der Streit soll auf Geldstreitigkeiten basiert haben. 

rob/pek/nis

Quelle: Mannheim24

Mehr zum Thema

Der Aufbau der „Winterlichter“ im Luisenpark

Der Aufbau der „Winterlichter“ im Luisenpark

Schwerer Unfall bei Frauenweiler

Schwerer Unfall bei Frauenweiler

Fotos: ,Ladies Night - ganz oder gar nicht‘ im Capitol

Fotos: ,Ladies Night - ganz oder gar nicht‘ im Capitol

Kommentare