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Stallpflicht für Geflügel wegen Vogelgrippe (Symbolfoto)

Vogelgrippe in Deutschland

Stallpflicht für Geflügel im Rhein-Neckar-Kreis!

Rhein-Neckar-Kreis - Wegen der Vogelgrippe gilt für Geflügel in der Region ab sofort die Stallpflicht. Darauf weist das Landratsamt am Freitag hin. Die Hintergründe für diese Entscheidung:

Am Freitag (18. November) ordnet das Veterinäramt und der Verbraucherschutz im Landratsamt die „Aufstallungspflicht“ für den ganzen Rhein-Neckar-Kreis an. Das bedeutet, dass ab sofort jeder, der Geflügel wie Hühner, Fasane, Wachteln oder andere Laufvögel sowie Enten oder Gänse hält, diese bis zum 31. Januar 2017 im Stall unterbringen muss.

Diese Regel gilt für gewerbliche oder landwirtschaftliche Haltungen, genauso wie für Geflügel in Privatbesitz, unabhängig auch von der Anzahl der Tiere – das heißt, auch kleine Geflügelhaltungen sind betroffen.

„Die Stallpflicht soll verhindern, dass Wildvögel durch Futter- und Tränkeeinrichtungen von Hausgeflügel angelockt werden und so der Vogelgrippevirus in den Bestand eingeschleppt wird“, erläutert der Leiter des Veterinäramtes und Verbraucherschutz Dr. Lutz Michael. Er betont, dass die verfügten Maßnahmen unbedingt erforderlich seien, um eine Verbreitung der Tierkrankheit zu verhindern. „Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um unser Nutzgeflügel vor einer Ansteckung mit dem Virus H5N8 zu schützen“, so Dr. Michael. 

Derzeit keine Gefahr für Menschen

„Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat diese landesweite Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet, nachdem sich die Hinweise verdichten, dass sich das Vogelgrippevirus nicht mehr nur auf die Bodenseeregion und den Oberlauf des Rheins beschränkt“, sagt der im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis für das Veterinärwesen zuständige Dezernent Christoph Schauder. Dabei handle es sich um reine Vorsichtsmaßnahmen. Schauder macht deutlich, dass derzeit keine Gefahr für den Menschen bestehe.

Weitere Maßnahmen

Sofern die Haltung in geschlossenen Ställen nicht möglich ist, müssen andere Schutzvorkehrungen getroffen werden. Für Haltungen in Volieren mit geschlossener Umzäunung kann zum Beispiel das Anbringen einer Folie auf dem Drahtdach eine zusätzliche Maßnahme sein, um den Kontakt zu Wildvögeln zu verhindern. Tiere, die außerhalb geschlossener Ställe gehalten werden, sollen nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. 

Achtung: Die Haltung in Volieren oder anderen Gehegen, die keine vollständige Stallhaltung ermöglichen, müssen dem Veterinäramt und Verbraucherschutz schriftlich (Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Veterinäramt und Verbraucherschutz, Adelsförster Pfad 7, 69168 Wiesloch) oder per Mail unter veterinaeramt@rhein-neckar-kreis.de direkt gemeldet werden!

Sollte keine dieser erwähnten Haltungsformen kurzfristig möglich sein, muss der Halter eine Ausnahmegenehmigung beantragen, die allerdings nur in begründeten Fällen und unter Auflagen möglich ist.

Als weitere Vorsichtsmaßnahme hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz außerdem Geflügelschauen aller Art bis auf weiteres verboten. Davon sind auch Ausstellungen mit anderen Tierarten, wie zum Beispiel Rassetauben betroffen, wenn sich der Ausstellungsort in unmittelbarer Nähe zu Geflügelhaltungen befindet. Ausgenommen sind lokale Geflügel- oder Vogelausstellungen in geschlossenen Räumen oder beschränkt auf ein entsprechendes Gemeindegebiet.

Weiter wird dringend geraten, Betriebszugänge zu schützen, den Zutritt nur für Befugte und nur über Desinfektionseinrichtungen zu ermöglichen und persönliche Schutzkleidung nur im eigenen Betrieb zu verwenden.

Hintergrund: Vogelgrippe

Vogelgrippe wird von verschiedenen Subtypen des Influenza-A-Virus ausgelöst. Diese können in Geflügelbetrieben verheerend wüten. Das Virus ist hoch ansteckend. Übertragen wird es über direkten aber auch über indirekten Kontakt, also zum Beispiel über Vogelkot oder Einstreu. Wer tote Vögel findet, sollte das sofort beim Veterinäramt und Verbraucherschutz im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis melden. Singvögel spielen keine Rolle bei der Verbreitung der derzeit auftretenden Vogelgrippe. Die Vogelgrippe ist nur für Wasservögel wie Schwäne und Enten und Möwen und Hühnervögel gefährlich.

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Weitere Informationen zu den Schutzmaßnahmen gibt es beim Kreisveterinäramt in Wiesloch. Die Allgemeinverfügung wurde unter www.rhein-neckar-kreis.de veröffentlicht.

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Landratsamt/kab

Quelle: Mannheim24

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