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Ein Bullterrier gehört zu der liste der Kampfhunde.

Fragen und Antworten

Darf ich in meinem Ort einen „Kampfhund“ halten? 

Rhein-Neckar-Kreis – Wann gilt ein Hund als Kampfhund? Darf ich einen sogenannten „Listenhund“ in meinem Ort im Rhein-Neckar-Kreis halten? Was sind die Vorraussetzungen?  

„Das gesamte Verfahren für das Halten von Kampfhunden und gefährlichen Hunden ist nicht immer ganz einfach“, betont Jürgen Gruber, stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes im Rhein-Neckar-Kreis zu Beginn der Infomationsveranstaltung des Landratsamtes. 

Das wird schnell klar, als die vielen Fragen zur Haltung eines sogenannten „Kampfhundes“ in einer Ortsgemeinde aufkommen. 

Zu Klärung aller Fragen ist das Ordnungsamt, das Veterinäramt und Vertreter von Ortspolizeibehörden aus dem ganzen Landkreis mit von der Partie. 

Was ist überhaupt ein sogenannter „Kampfhund“?

 „Hunde, bei denen aufgrund rassespezifischer Merkmale, durch Zucht oder im Einzelfall wegen ihrer Haltung oder Ausbildung von einer gesteigerten Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen oder Tieren auszugehen ist", erläutert Peter Andres, Leiter der Kreispolizeibehörde. Zu solchen Hunden gehört zum Beispiel auch der American Staffordshire Terrier wie auch ein Bullterrier, Pit Bull Terrier sowie Kreuzungen aus diesen Rassen. 

Wer entscheidet, ob ich einen „Kampfhund“ halten darf?

Die Stadt oder Gemeinde muss in ihrer Eigenschaft als Ortspolizeibehörde auch prüfen, ob der Antragsteller die Erlaubnisvoraussetzung für das Halten von „Kampfhunden“ erfüllt. So kann die Behörde die Haltung von „sogenannten Kampfhunden" oder „Listenhunden“ auch untersagen, wenn das Herrchen oder Frauchen nicht geeignet ist.  

„Das ist möglich, wenn Bedenken zur Zuverlässigkeit des Halters bestehen - etwa durch einer Verurteilung wegen einer Straftat -, der Hund nicht ausbruchsicher untergebracht ist oder der Halter keinen Sachkundenachweis erbringt“, erläuterte der Leiter der im Ordnungsamt angesiedelten Kreispolizeibehörde.

Denn oftmals hat das unangemessene, aggressive Verhalten des Hundes viel mit dem Halter zu tun – etwa durch mangelnde Kontrolle und unzureichende Kenntnisse. Falsche Haltung, Erziehung oder Ausbildung sind wichtige Risikofaktoren.

Gehört mein Mischling zu den „Kampfhunden“ oder zu den gefährlichen Hunden? 

Ob eine Eigenschaft als „Kampfhund“ oder „gefährlicher Hund“ vorliegt, ist gerade bei Kreuzungen nicht immer leicht zu beurteilen. Deswegen führt das Landratsamt als Kreispolizeibehörde eine Verhaltensprüfung durch. Dann folgt die oftmals schwierige Entscheidung: 

„Die Problematik bezüglich einer Beurteilung durch die Ortspolizeibehörden liegt vor allem im Bereich der gefährlichen Hunde", sagte Harald Hohmann, Leiter der Polizeihundeführerstaffel des Polizeipräsidiums Mannheim. „Im Gegensatz zu Kampfhunden sind ‚gefährliche Hunde‘ laut Polizeiverordnung Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens die Annahme rechtfertigen, dass durch sie eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren besteht.“ 

Das ist beispielsweise bei Vierbeinern der Fall, die bissig sind oder in aggressiver Weise Mensch und Tier anspringen. 

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Kann ich auf eine Durchführung einer Verhaltensprüfung bei meinem „Listenhund“ bestehen? 

Hintergrund dieser Frage ist die Annahme, dass der Halter durch eine positiv verlaufende Verhaltensprüfung, bei der die Kampfhundeeigenschaft gewissermaßen „widerlegt“ wird, eine normale Besteuerung ihres Hundes und nicht als (steuerlich deutlich teureren) Kampfhund fordern könnten. 

„Ein Rechtsanspruch auf Durchführung einer Verhaltensprüfung besteht unserer Auffassung nach nicht", sagt Kreispolizeibehördenleiter Andres nach Rücksprache mit dem Rechtsamt.

„Listenhunde im Rhein-Neckar-Kreis“

Im gesamten Rhein-Neckar-Kreis gibt es derzeit circa 180 angemeldete Kampfhunde. Pro Jahr unterzieht der Kreis etwa 60 Hunde einer Verhaltensprüfung, im Schnitt fallen nur fünf Prozent durch.

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Rhein-Neckar-Kreis/nis 

Quelle: Mannheim24

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