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Im Rahmen eines Ortstermins begehen die Prozessteilnehmer am Dienstag den Unglücksort.

Elfjährige stirbt in Fahrgeschäft

Holiday Park-Tragödie: Angeklagte bestreiten Vorwürfe! 

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Neustadt/Haßloch – Im August 2014 kommt ein elfjähriges Mädchen im Holiday Park ums Leben – am Dienstagmorgen beginnt der Prozess gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen:

Ein Polizeisiegel auf der Einlasstür des Karussells erinnert auch 19 Monate nach dem tödlichen Unfall an die Tragödie im Holiday Park im Haßloch. Der Ortstermin am Dienstag:

Update 17:30 Uhr

Die Behung des Unglücksortes bringt wenig Klarheit über die Frage, ob das Gatter geschlossen war oder offen stand. Auf der Anlage klären die Juristen, ob das Fahrgeschäft bei geöffneter Tür überhaupt anfahren konnte. Bei Tests sei das anfangs nicht so gewesen, aber irgendwann dann doch, sagt ein 64-jähriger Sachverständiger des TÜV Rheinland, der die Anlage nach dem Unglück prüfte. Später habe man an den Sensoren der Türe einen Wackelkontakt entdeckt. „Das hat wahrscheinlich daran gelegen.“

Die Anlage selbst ist nicht in Betrieb. Nach der Freigabe durch die Behörden habe man aus Pietätsgründen darauf verzichtet und sie verkauft, so ein Parksprecher. Wegen des Prozesses steht sie noch hier - verdeckt von einer Palisadenwand, vor der vom kommenden Samstag an die neue Saison des Parks beginnt.

Die Mutter sieht in den Männern nicht die Hauptschuldigen. „Die Schuld liegt nicht bei denen, die kommt von ganz oben“, sagt sie mit Blick auf das Thema Sicherheit. Der Parksprecher will sich zu den Vorwürfen mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Update: 11:30 Uhr 

In diesem Fahrgeschäft wird das elfjährige Mädchen mehrmals überrollt und stirbt noch am Unfallort.

Die drei angeklagten Parkmitarbeiter weisen den Vorwurf zum Prozessbeginn vor dem Amtsgericht zurück.„Ich kann mir selbst nicht erklären, wie es dazu kam“, sagte ein 41 Jahre alter Angeklagter, der die Abteilung Parkbetrieb leitet.

Der damalige Bediener der Anlage – ein 22 Jahre alter Student - bestritt über seinen Anwalt den Vorwurf, dass er vor Fahrtbeginn die Tür zum Fahrgeschäft offen gelassen habe. Der 30-Jährige, der ihn eingewiesen und dabei einen wichtigen Hinweis versäumt haben soll, ließ über seinen Verteidiger erklären, er bestreite, „selbst schuldhaft gehandelt zu haben“.

9 Uhr: Prozessbeginn

1 Jahr und 7 Monate nach dem dramatischen Tod der Elfjährigen im Holiday Park Haßloch müssen sich drei Parkmitarbeiter vor Gericht verantworten.  

Die Anklage: Mit Nachlässigkeiten und Versäumnissen sollen sie fahrlässig den Tod der Elfjährigen aus Kelsterbach in Hessen verursacht haben! Laut Anklage sei das Mädchen über eine Tür in das Fahrgeschäft gelangt, die zu diesem Zeitpunkt bereits hätte geschlossen sein sollen. 

Die Eltern des Mädchens treten als Nebenkläger auf. Am ersten Tag werden die Mutter als Zeugin und ein Sachverständiger vernommen. 

Außerdem ist ein Ortstermin im Holiday Park vorgesehen. Es sind mindestens sechs Verhandlungstage vorgesehen. 

>>>Alle Artikel zum Unfall im Holiday Park

+++ Hintergrund +++ 

Am 15. August 2014 stürzt die Elfährige in dem Fahrgeschäft „Spinning Barrels“ und wird mehrmals überrollt. Sie stirbt noch am Unfallort. 

dpa/nis

Quelle: Mannheim24

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