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Schimper-Realschule in Schwetzingen

Amok-Alarm: Quälendes Warten

Schwetzingen - Dramatische Stunden in der Schimper-Realschule. Ein 14-jähriger Schüler berichtet über die Zeit während des Amok-Alarms, in der sich die Klassen verbarrikadierten. Einzelheiten.

Nach dem Amok-Alarm (MANNHEIM24 berichtete) am Donnerstag in der Schwetzinger Karl-Friedrich-Schimper-Realschule gibt es jetzt neue Einzelheiten. Jana Nassner, Redakteurin der Schwetzinger Zeitung, konnte mit einem Schüler über die dramatischen Stunden sprechen. 

Die dramatischen Stunden aus Sicht eines Schülers

Wie der 14-Jährige (Name der Redaktion bekannt) berichtet, saß er gerade mit seinen Mitschülern der 8. Klasse im Matheunterricht. Der Schulalltag ging seinen gewohnten Gang.

Bewaffneter Mann vor Schule in Schwetzingen

Um kurz nach zehn Uhr wurden die Schüler durch eine Lautsprecherdurchsage aufgeschreckt. Der Schulleiter erklärte den Schülern, dass ein Amok-Alarm ausgelöst wurde. 

Er wies die Schüler und Lehrer an, in den Zimmern zu bleiben, die Türen und Fenster zu verriegeln und sich ruhig zu verhalten.

Wie eingeübt, verbarrikadierten Schüler und Lehrer die Tür mit Tischen und legten die anderen Tische um, um sich dahinter verstecken zu können.

Zuerst dachten die Schüler noch an einen Scherz oder eine Übung. Als sie dann aber den ersten Polizei-Helikopter über dem Schulgebäude kreisen hörten, brach unter manchen von ihnen Panik aus. Einige weinten, andere versuchten, Trost zu spenden.

Eine zweite Durchsage informierte darüber, dass die Polizei unterwegs sei, und dass auch SEK und MEK informiert wurden. Zudem wurden die Schüler gebeten, ihre Handys nicht zu benutzen. Daran hielten sich insbesondere die älteren Schüler aber nicht. Viele nutzten die Gelegenheit, sich mit ihren Eltern in Verbindung zu nutzen. Andere versuchten über das Internet Informationen zur unübersichtlichen Situation zu bekommen.

Lähmendes Warten auf Entwarnung

Das Schlimmste, so der Schüler, war das quälende Warten. 

Nach mehreren Stunden der nächste Schock: Es hämmerte an die Tür zum Klassenzimmer. Die aufkommende Angst legte sich aber schnell, als sich die Männer des SEK zu Erkennen gaben. Die Spezialeinheit stürmte kurz ins Zimmer, vergewisserte sich, dass in der Klasse alles in Ordnung war und verschwand wieder.

Dann, nach über dreieinhalb Stunden endlich Entwarnung!

Um 14 Uhr durften die Schüler nach Klassenstufen getrennt die Schule verlassen und wurden schon sehnsüchtig von ihren Eltern erwartet. Die Evakuierung dauerte bis 16 Uhr.

Freitag: Freiwilliger Schultag

Am heutigen Freitag konnten die Familien gemeinsam mit ihren Kindern selbst entscheiden, ob sie sie in die Schule schicken. Nach Absprache mit den Eltern ging der Achtklässler heute morgen wieder in die Schule. 

Das professionelle Handeln von Schulleitung, Sicherheits- und Rettungskräften hatte die Mutter davon überzeugt, dass trotz des großen Schocks alles "gut geklappt" habe und dass sie ihren Sohn "guten Gewissens wieder auf die Karl-Friedrich-Schimper-Realschule schicken" könne.


Beschreibung des Verdächtigen

Inzwischen liegt auch eine Beschreibung des potentiellen Amokläufers vor: Der 175-180 cm große Mann soll ein Fahrrad geschoben und einen länglichen Gegenstand bei sich getragen haben. Er war schwarz gekleidet und trug einen Kapuzenpulli mit Aufdruck. Nach Information des Polizeipräsidiums Mannheim konnte der Hinweis auf eine Pistole oder sonstige Waffe nicht bestätigt werden.

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Zeugen, die Hinweise auf den gesuchten Mann geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0621/174-5555 bei der Kriminalpolizei Mannheim zu melden.

pol/Schwetzinger Zeitung/rmx

Quelle: Mannheim24

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