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Die Bilfinger-Zentrale in der Mannheimer Oststadt.

Zwischenbericht

Bilfinger wegen Verkaufserlösen mit Gewinn

Mannheim - Nach einem Rekordverlust im vergangenen Jahr ist der Industrie-Dienstleister Bilfinger durch Verkäufe deutlich geschrumpft. Experten sehen positive Zeichen.

Dem kriselnden Industrie-Dienstleister Bilfinger hat der Verkauf der Bau- und Gebäudedienste einen hohen Gewinn gebracht. 

Im eigentlichen Geschäft belasteten die Zurückhaltung in der Öl- und Gasindustrie, ein schwaches Kraftwerksgeschäft sowie Umbaukosten aber weiterhin. Unter dem Strich verbuchte der MDax-Konzern im dritten Quartal einen Gewinn von 457 Millionen Euro, nach einem Verlust von 76 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das teilte Bilfinger am Donnerstag mit. 

Die Leistung sank von Juli bis September um ein Fünftel auf 1,02 Milliarden Euro. Auftragsbestand und -eingang, die auf die künftige Entwicklung schließen lassen, sackten um 19 und 5 Prozent ab. 

Die Bilfinger-Zentrale in der Mannheimer Oststadt.

Nach dem Umbau der Führungsspitze und der strategischen Neuausrichtung zeigen sich in den Kennzahlen der Mannheimer laut Experten erste positive Signale. Mit dem milliardenschweren Verkauf der profitablen Bau- und Gebäudedienste an den schwedischen Finanzinvestor EQT und der Rück-Integration der zuvor zum Verkauf gestellten Kraftwerksdienste hatte Bilfinger wichtige Weichen gestellt.
Der erst seit Anfang Juli amtierende neue Konzernchef Tom Blades will das Kraftwerksgeschäft nun selbst sanieren oder in Teilen verkaufen. Nähere Details will er am 14. Februar bekanntgeben. 
Die Zurückhaltung der Stromerzeuger infolge der Energiewende, gekappte Investitionen in der Öl- und Gasindustrie im Zuge des Ölpreisverfalls sowie hausgemachte Probleme hatten den Konzern in die Bredouille gebracht. 

2015 verbuchte Bilfinger wegen Abschreibungen einen Rekordverlust von fast einer halben Milliarde Euro. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte Blades. Weil die Nachfrage im Industriegeschäft durch den Ölpreisrückgang schwächelt, dürfte die Leistung im Gesamtkonzern im Vergleich zum Vorjahr auf rund 4,1 Milliarden Euro sinken. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) soll sich aber verbessern. 

Die Zahl der Mitarbeiter sank innerhalb eines Jahres von knapp 44.500 auf gut 38.400. Zum möglichen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen gebe es noch keine Zahlen, sagte Blades. 

Der Konzernchef sprach von langfristig guten Chancen im Bereich Industrie. Weltweit nehme die Zahl der Industrieanlagen weiter zu, sie würden immer älter und hätten einen wachsenden Servicebedarf. „Hier ist unser Know-how gefragt“, sagte Blades. 

Nach der Wahl in den USA sieht Blades es als Vorteil, dass Präsidentenamt und Parlamentsmehrheit bei einer Partei liegen. Er erwarte Entscheidungen zum Beispiel im Energiesektor, die positiv für das Bilfinger-Geschäft seien. Das Unternehmen hat in den USA rund 3.000 Mitarbeiter.

dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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