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LKA prüft

Weitere ETA-Unterstützer in Mannheim und Freiburg?

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Mannheim - Ein mutmaßliches Führungsmitglied der Terrorgruppe ETA wurde am Freitag in Mannheim gefasst. Nun wird geprüft, ob sich weitere ETA-Unterstützer im Umfeld des 49-Jährigen aufhalten.

Ein mutmaßliches Führungsmitglied der Terrorgruppe ETA soll nach seiner Festnahme in Mannheim nach Frankreich ausgeliefert werden. Der Mann lebte unter falschem Namen in Freiburg und arbeitete dort an der Universität. Das Landeskriminalamt (LKA) in Baden-Württemberg untersucht nun unter anderem, ob sich im Umfeld des Festgenommenen möglicherweise noch andere Terrorverdächtige aufgehalten haben.

Der mutmaßliche Funktionär der baskischen Untergrundorganisation ETA war nach rund zehnjähriger Flucht am Freitag gefasst worden. Das bei der Festnahme federführende LKA Hessen, das nach eigenen Angaben einen Tipp der spanischen Behörden bekam, hatte in Mannheim zugegriffen. Kurz darauf durchsuchten baden-württembergische Ermittler die Wohnung des Terrorverdächtigen in Freiburg. Dort fanden sie digitale Datenträger, gefälschte Ausweise und Bargeld in fünfstelliger Höhe sowie in verschiedenen Währungen, wie das LKA in Stuttgart am Samstag mitteilte.

Der Spanier lebte in Freiburg und arbeitete dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter für ein Forschungsprojekt der Universität. Für die Hochschule kam die Nachricht von der Festnahme überraschend. „Die Identität des Mannes war professionell gefälscht, so dass es an der Universität keinerlei Hinweise auf die Täuschung gab“, teilte die Universität am Sonntag mit. Das Projekt, für das der Mann tätig war, beinhalte keine sicherheitsrelevanten Aspekte. Um welchen Fachbereich der Universität es sich handelte, wollte die Hochschule nicht sagen.

Zur geplanten Auslieferung des Mannes sagte ein Sprecher des LKA in Hessen, die Überstellung an die französischen Behörden gelte als sicher. Am Samstag hatte ein Haftrichter eine Untersuchungshaft angeordnet.

Der Mann soll Sprengstoffe für terroristische ETA-Anschläge hergestellt und beschafft haben. In Frankreich war er den Angaben zufolge rechtskräftig wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie der Vorbereitung von Anschlägen verurteilt worden.

Die ETA kämpft für einen unabhängigen Staat im Baskenland. Im Januar dieses Jahres hatte sie ihre Abkehr von der Strategie des Terrors bekräftigt. Bei Anschlägen der Organisation sind über die Jahre mehr als 800 Menschen getötet worden.

dpa/rob

Quelle: Mannheim24

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