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So unterschiedlich wie die Meinungen über Mannheim sind auch die Entwicklungen in den einzelnen Stadtteilen. 

Ein Überblick

Sozialatlas: So entwickeln sich Mannheims Stadtteile

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Mannheim - In welchen Stadtteilen ist die Arbeitslosigkeit besonders hoch, wo leben die ältesten Bewohner und welche Stadtteile sind besonders problembelastet? Antworten gibt der Sozialatlas.

Der Sinn des Sozialatlas: Die erfassten Daten zeigen auf, wie sich die sozialen Bedarfslagen und Risikokonstellationen in den einzelnen Stadtteilen entwickeln. 

Das kann helfen, Veränderungen und Tendenzen zu erkennen, und kritische Problemlagen aufzudecken, sodass schnell gehandelt werden kann. 

Mannheim, aufgeteilt in (Problem-)Typen

Der Sozialatlas teilt die einzelnen Stadtteile Mannheims in fünf Typen ein, die auf mögliche Problemlagen hinweisen sollen. Während Typ 1 und 2 geringe soziale Problembelastungen aufzeigen, zeichnen sich die Typen 4 und 5 durch höhere soziale Schwierigkeiten aus. 

Insgesamt sind 33 der 44 Mannheimer Stadtteilbereiche nur gering bis durchschnittlich sozial problembelastet. Der überwiegende Teil der Mannheimer Bevölkerung lebt in diesen Bereichen. In der Summe leben fast 230.000 Menschen in Bereichen der Typen 1a, 1b, 2 und 3. Das entspricht knapp 74 Prozent der Gesamtbevölkerung Mannheims. 

Zu den „besten“ Bereichen gehören Oststadt-Nord/Süd, Lindenhof, Neuostheim, Niederfeld und Almenhof (Typ 1a) und Sandhofen, Nord, Schönau-Süd/West, Gartenstadt, Neuhermsheim, Seckenheim, Friedrichsfeld, Sonnenschein, Vogelstang, Wallstadt, Feudenheim-Nord, Feudenheim-Süd, Casterfeld und Pfingstberg (Typ 1b). 

In den Bereichen mit überdurchschnittlichen sozialen Problemlagen (Typ 4, 5a und 5b) leben etwa 26 Prozent der Gesamtbevölkerung Mannheims. Dazu zählen die Stadtteilbereiche Westliche Unterstadt, Jungbusch und Neckarstadt-West (Typ 4), Herzogenried, Wohlgelegen, Waldhof-West/Mitte, Luzenberg, Rheinau-Mitte/Ost (Typ 5a), Schönau-Nord, Speckweggebiet, Hochstätt (Typ 5b).  

Die jüngsten Einwohner Mannheims

Der „jüngste“ Stadtteil Mannheims ist Hochstätt: Mehr als jeder vierte Einwohner (26,8 Prozent) ist unter 18 Jahre alt. Ebenfalls überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der unter 18-Jährigen in Luzenberg (21,6 Prozent), dem Speckweggebiet westlich der Hessischen Straße (20,4 Prozent), in Neuhermsheim (20,1 Prozent) und in Schönau-Nord (19,6 Prozent).

Bereiche mit einem besonders hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen zeichnen sich überwiegend auch durch einen hohen Anteil an Sozialleistungsempfängern aus. In den Bereichen Hochstätt, Speckweggebiet westlich der Hessischen Straße und Schönau-Nord wachsen die Kinder zudem auffallend häufig bei Alleinerziehenden auf. 

Am geringsten ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen dagegen in der Innenstadt und der innenstadtnahen Schwetzingerstadt (9,1 Prozent), Oststadt (-Süd: 11,2 Prozent und -Nord: 11,5 Prozent) sowie Lindenhof (11,2 Prozent).

Die ältesten Einwohner Mannheims

Die ältesten Einwohner Mannheims sind unterschiedlich verteilt angesiedelt. Im Vogelstang ist der höchste Prozentsatz zu finden: Hier sind 29,4 Prozent der Einwohner 65 Jahre oder älter. Ebenfalls besonders hoch ist der Anteil im Bereich Sonnenschein (27,3 Prozent), Feudenheim-Nord (26,3 Prozent), Niederfeld (25,5 Prozent) und Casterfeld (25,2 Prozent). Sehr gering ist der Anteil der (über) 65-Jährigen und Älteren dagegen im Jungbusch (7,9 Prozent), in Luzenberg (8,9 Prozent), auf der Hochstätt (10,2 Prozent), in der Neckarstadt-West (11,3 Prozent) und in Käfertal-Südost (11,5 Prozent).

Beschäftigungsquote

In Lindenhof, Sandhofen und Käfertal-Südost ist die Beschäftigungsquote am höchsten. Hier sind über 60 Prozent der Bewohner berufstätig. 

Eine besonders niedrige Beschäftigungsquote ist in Neckarstadt-West und Herzogenried zu finden. Hier liegt die Quote bei über 40 Prozent. Jungbusch, Hochstätt und die Westliche Unterstadt liegen knapp dahinter. 

Positiv ist: Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Stadt Mannheim ist insgesamt von 11.406 im Jahr 2007 auf 9.210 im Jahr 2014 gesunken. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent.

Männer und Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit sind sind stärker von Arbeitslosigkeit betroffen: Die Arbeitslosenquote der Ausländer liegt mit 11,3 Prozent höher als die Deutscher.

Überdurchschnittlich viele Arbeitslose leben in den Stadtteilen Schönau-Nord und Luzenberg (mehr als 8 Prozent), Hochstätt, Westliche Unterstadt und Waldhof-West/Mitte (mehr als 7 Prozent). 

Ein vergleichsweise starker Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in Luzenberg (von 7 auf 8,3 Prozent) und in der Westlichen Unterstadt zu verzeichnen (von 7 auf 7,6 Prozent). 

Die niedrigsten Arbeitslosenquotienten sind in Wallstadt, Neuhermsheim, Niederfeld (unter 2 Prozent), Feudenheim-Süd und Sonnenschein (2 Prozent) zu finden. 

Die Gesamtzahl der Empfänger von Mindestsicherungsleistungen in der Stadt Mannheim beträgt im Dezember 2014 34.115 Personen. Dies entspricht einem Anteil von 11 Prozent der Gesamtbevölkerung. 

Weit überdurchschnittliche Mindestsicherungsquoten haben Hochstätt und Schönau-Nord, in denen mehr als ein Viertel der Bevölkerung auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen ist. Auch im Speckweggebiet westlich der Hessischen Straße, in der Westlichen Unterstadt, in Luzenberg und Wohlgelegen liegt die Quote doppelt so hoch wie im gesamtstädtischen Durchschnitt. 

Unterdurchschnittliche Mindestsicherungsquoten gibt es in Niederfeld (2,3 Prozent), Wallstadt (2,5 Prozent) und Feudenheim-Süd (2,5 Prozent). 

Migranten und ausländische Bürger

Von den 311.470 Einwohnern, die bis zum 31. Dezember 2015 mit Hauptwohnsitz in der Stadt Mannheim gelebt haben, besitzen 238.026 Personen die deutsche Staatsbürgerschaft, 73.444 Personen waren ausländischer Nationalität (23,6 Prozent der Gesamtbevölkerung). Für die Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund erhält man eine Gesamtzahl von 130.908 Personen. Damit beträgt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Jahr 2014 an der Mannheimer Bevölkerung 42 Prozent. 

Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund gemessen an der Gesamtbevölkerung am Hauptwohnsitz ermöglicht indirekte Rückschlüsse auf erhöhten Integrationsbedarf in einem Gebiet. Häufig ist der Migrationshintergrund mit Merkmalen verbunden, die mit dem Risiko einer Benachteiligung (beispielsweise im Bereich Bildung oder am Arbeitsmarkt) einhergehen. 

Die höchsten Anteile an Einwohner mit Migrationshintergrund sind in der Westlichen Unterstadt (69,9 Prozent), Hochstätt (69,6 Prozent), Jungbusch (69,0 Prozent), Luzenberg (68,0 Prozent) und Neckarstadt-West (66,9 Prozent) zu finden. In diesen Bereichen haben etwa zwei von drei Bewohnern einen Migrationshintergrund.

Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Stadtteilen, in denen der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund mit etwa einem Fünftel vergleichsweise gering ausfällt. Unterdurchschnittliche Anteile sind fast ausschließlich in zentrumsfernen Planungsräumen zu finden, besonders in Feudenheim (Süd: 18,8 Prozent, Nord: 20,6 Prozent), in Mannheim-Nord (20,1 Prozent) sowie in Wallstadt (20,9 Prozent).

mk

Quelle: Mannheim24

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