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Mit dem Segelflugverein geht es zum Schnupperflug hoch in die Luft!

Hoch hinaus mit dem Segelflugverein!

Ich heb' ab: Mit dem Segelflieger über Mannheim!

Mannheim-Neuostheim – Sich einfach mal in den Flieger setzen und alles hinter sich lassen. Für Mitglieder des Segelflugvereins Mannheim e.V. ist das gar kein Problem. MANNHEIM24 ist mit abgehoben:

Am Wochenende hat der Segelflugverein Mannheim e.V. allen Interessierten einen Schnupperflug mit einem erfahrenen Piloten angeboten. „Alles klar!“, denke ich mir – und fliege kurzerhand mit.

Hoch hinaus mit dem Segelflieger!

Zuerst sieht es am Nachmittag eher so aus als würde der Flug uns Wasser fallen. Der Himmel ist wolkenverhangen, immer wieder tröpfelt der Regen auf die Tragflächen der Segelflieger. Doch so leicht lassen sich Flug-Enthusiasten nicht unterkriegen! 

Sobald es aufklart, schnappen sie sich Tücher und Gummiabzieher und befreien die Flieger von Wasser und Mücken, denn diese lassen das Flugzeug schneller absteigen.

Schon können die Vorbereitungen für den Flug losgehen! 

Normalerweise wird das Segelflugzeug mit einer Seilwinde in die Luft gezogen. Das Seil wird dabei auf einer Windeltrommel aufgerollt und das Segelflugzeug auf etwa 90–130 Kilometer pro Stunde beschleunigt„Das fühlt sich dann an wie Achterbahnfahren! Schade, dass das Getriebe gerade kaputt ist“, sagt uns Öffentlichkeitsreferent Dirk Walker, der uns an dem Tag betreut. 

Das Getriebe muss erst einmal repariert werden – und alle helfen mit!

Doch das macht überhaupt nichts, denn es gibt noch eine andere Möglichkeit: Mit Hilfe eines Motorflugzeuges kann das Segelflugzeug auch auf die erforderliche Höhe „geschleppt“ werden.

Und schon geht es los. Karl-Heinz ist neben 80 aktiven Mitgliedern, schon seit über zehn Jahren im Verein und nimmt uns auf eine Spritztour zu den Wolken mit. Sicherheit wird im Mannheimer Verein besonders groß geschrieben, deswegen gibt es vor dem Start noch eine Sicherheitseinführung. „Falls Ihr aussteigen müsst, machst Du hier Deinen Fallschirm auf“, erklärt Dirk Walker und zeigt auf einen roten Bügel in Brusthöhe. Karl-Heinz winkt ab: „Da wird doch nix passieren!“ Wir sind der gleichen Meinung und setzen uns ins Cockpit. Es ist nicht so eng wie es aussieht, es fühlt sich eher so an, als würde man auf einem Sofa liegen„Was passiert wenn ich an diesem gelben Ball ziehe?“ „Dann fliegt die Kuppel über uns ab! Lass da lieber die Finger weg.“, sagt der Experte. Ich beschließe die Hände lieber bei mir zu behalten....

„Wenn jetzt das Seil reisst, dann schaffen wir es nicht über die Straße...“

Das Motorflugzeug startet, das Abschleppseil aus Kunststoff spannt sich. Wir brettern über das Gras und steigen endlich auf. Karl-Heinz spart nicht mit den Pilotenwitzen„Wenn jetzt das Seil reisst, schaffen wir es nicht über die Straße.“, witzelt er. „Ist das schon einmal vorgekommen?“, frage ich ‚ein wenig‘ verunsichert. „Nicht, dass ich mich erinnern kann!“,  lacht Karl-Heinz. „Jetzt sind wir drüber!“ 

Karl-Heinz lässt sich nicht lumpen und fliegt ganz schön scharfe Kurven!

So langsam gewinnen wir an Höhe, die Aussicht ist atemberaubend„Deswegen habe ich auch mit dem Segelfliegen angefangen. Bei schönem Wetter sieht die Landschaft noch einmal ganz anders aus. Die Farben begeistern mich immer wieder aufs Neue!“, schwärmt der Pilot. 

Am Steuerknüppel

Bei der richtigen Thermik kann legt der Segelflieger in 1.000 Metern Höhe bis zu 50 Kilometer zurück. Doch leider haben wir heute Pech und sind nur etwa 15 Minuten in der Luft. „Das drückt in den Kurven gar nicht so sehr auf den Körper wie ich dachte!“, freue ich mich. „Meinst du?“, wundert sich Karl-Heinz und fliegt ein paar Kurven, stürzt sich nach unten, dass ich mich fühle wie ein platter Pfannkuchen. „Ich nehme alles zurück!“, rufe ich nach vorne. 

Achterbahnfahren ist im Vergleich dazu lächerlich. Das Gefühl ist großartig. Vor allem hat man keinen störenden Motorenlärm um sich herum – vogelgleich gleiten wir neben den Wolken. „Willst du auch mal fliegen?“ , tönt es von vorne. „Klar!“, rufe ich begeistert. Man kann das Flugzeug von vorne und von hinten steuern. Ein merkwürdiges Gefühl ist es, den Steuerknüppel in der Hand zu halten. Karl-Heinz reckt seine Hände über den Kopf. „Siehst du? Du fliegst ganz alleine!“ Daran könnte ich mich gewöhnen...

Na, Lust bekommen selbst zu fliegen? 

Der Segelflugverein hat derzeit 200 Mitglieder, 80 sind gerade aktiv, 20 davon sind Jung-Flieger. So wie Johanna (23). Durch ein angefangenes Studium fliegt sie gerade nicht mehr so oft. „Ist Segelfliegen ein teures Hobby?“, will ich von ihr wissen. „Nein das ist es gar nicht, es ist vergleichbar mit Reiten, oder Tennisspielen.“ 

Johanna (23) hat wegen des Studiums keine Zeit mehr zu fliegen.

„Warum sind im Verein nicht so viele Frauen aktiv, obwohl die Präsidentin eine Frau ist?“, frage ich sie. „Das kann ich mir leider auch nicht erklären.“, meint Johanna. 

Also ob jung oder alt, männlich oder weiblich – trau Dich! Es lohnt sich! 

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Mehr Informationen rund um den Verein gibt es unter www.sfvm.de. Interessenten können auch immer gerne am Wochenende oder an den Feiertagen direkt im Verein vorbei kommen und sich alles erklären lassen. Der ein oder andere Platz im Segelflieger wird dann bestimmt auch frei seinSo findet ihr den Segelflugverein. 

>>>Mannheimerin (46) knackt Segelflug-Weltrekord in USA!

kp

Quelle: Mannheim24

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