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41,6 Prozent der Neuzugänge sind von Cannabis abhängig. (Symbolbild)

Der Jahresbericht 2015

Drogenverein zieht Bilanz – Cannabis weiter auf Vormarsch

Mannheim – Welche Drogen werden in Mannheim am meisten konsumiert? Wer sucht Hilfe im Drogenverein? Aus welchem Stadtteil kommen die meisten Konsumenten? Wie sieht ihre Alltagssituation aus?  

Am Donnerstag stellt der Drogenverein Mannheim e.V. seinen Jahresbericht 2015 vor. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Insgesamt 1444 Personen nahmen im Jahr 2015 mindestens zwei Beratungen oder sonstige Angebote in Anspruch und können deswegen statistisch ausgewertet werden. Dazu kommen 407 Einmalkontakte, für die keine statistische Erhebungspflicht besteht.

Davon waren 339 Betreute weiblich und 1271 männlich. Den größten bildeten dabei Personen, die bereits im Vorjahr betreut wurden. Insgesamt 997 Betreuungen wurden aus dem Vorjahr übernommen. 

Was wird am häufigsten konsumiert? 

Die größte Gruppe, 46 Prozent der Hilfesuchenden, sind von Opioiden abhängig. Das sind synthetisch hergestellte Substanzen, die eine morphinähnliche Wirkung haben. Darunter fallen sowohl Heroin, als auch Schmerzmittel. Gegenüber dem Vorjahr ist jedoch ein leichter Rückgang um 4 Prozent zu verzeichnen.

Die zweitgrößte Gruppe, mit 26 Prozent, stellen die Anhängigen von Cannabioniden, also von Cannabis, dar. In dieser Gruppe werden synthetisch hergestellte Cannabinoide , die sogenannten 'Legal highs', nur selten konsumiert. 

Die meisten Neuzugänge konsumieren Cannabis

Wenn man sich allerdings die Neuzugänge anschaut, verändert sich das Bild dramatisch: Dann bilden Personen mit einem Konsum von Cannabinoiden mit 41,6 Prozent den Hauptanteil. 

Woran liegt das? Die Verantwortlichen des Drogenvereins erklären sich das einerseits dadurch, dass der Konsum von Cannabis immer mehr gesellschaftlich anerkannt wird, und andererseits damit, dass die Angebote des Drogenvereins immer besser angenommen werden.  

Aus welchen Stadtteilen kommen die meisten Konsumenten?

Der höchste Anteil der Hilfesuchenden (20.1 Prozent) kommt, wie schon im Jahr zuvor, aus der Neckarstadt-West und Neckarstadt-Ost, gefolgt von der Innenstadt mit 11,1 Prozent, den Stadtteilen Waldhof/Gartenstadt mit 7,9 Prozent und der Schönau mit 7,2 Prozent.

Wie bestreiten sie ihren Lebensunterhalt?

Fast die Hälfte der Abhängigen bezieht Arbeitslosengeld II (44,9 Prozent) und Arbeitslosengeld I (4%). Hieraus wird vor allem derZusammenhang zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und einer Suchtmittelerkrankung deutlich und belegt die Notwendigkeit einer Förderung der beruflichen Teilhabe innerhalb dieses Personenkreises, die laut dem Drogenverein bisher nur in geringem Ausmaß stattfindet. 

26,7 Prozent der Hilfesuchenden geht jedoch einer regelmäßigen Beschäftigung nach, die es oftmals im Verlauf der Beratung zu erhalten gilt.

Staatsangehörigkeit

Der Anteil von Personen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft liegt bei 75,3 Prozent. 24,7 Prozent der Abhängigen haben eine andere Nationalität. Dies repräsentiert die Verteilung der in Mannheim lebenden Bürgerinnen. Der dortige Anteil an Personen mit einer anderen Nationalität betrug 23,2% (Statistikatlas Mannheim 2014)

Die Erfolge des Drogenvereins

Insgesamt wurde die Betreuung von 629 Abhängigen im laufenden Jahr beendet. Über die Hälfte davon (52 Prozent) wurde regulär beendet. Davon gaben 133 an, dass ihre Behandlung erfolgreich war, 254, dass sich ihr Zustand verbessert hat und 225, dass ihr Zustand gleich geblieben ist. Nur 17 Personen gaben an, dass sie sich schlechter fühlten. 

>>>Mehr Informationen zum Drogenverein und seinen Projekten 

>>>Die ausführliche Jahresbilanz

Drogenverein Mannheim e.V./kp

Quelle: Mannheim24

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