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Bis zu seiner Festnahme arbeitete der Mannheimer Zahnarzt in Berlin-Charlottenburg.

Das sagen seine Ex-Klassenkameraden

Dieser Zahnarzt ist ‚Dr. Terror‘!

Mannheim-Innenstadt – Der Zahnarzt und IS-Radikalisierer (33) ist in Mannheim zur Schule gegangen. Wie war er als Schüler? Gab es während seiner Schulzeit schon alarmierende Anzeichen? 

Der Hintergrund

Nach der großangelegten Durchsuchungsaktion von vier Objekten in Berlin und Mannheim wird der 33-jährige Assistenz-Zahnarzt N. B. am Mittwoch in seiner Wohnung in Berlin festgenommen.

Ihm wird vorgeworfen, einen jungen Mann in Freiburg, wo er selbst vor ein paar Jahren Medizin studiert hatte, mit salafistischen Propagandavideos beeinflusst und ihn von terroristischem Gedankengut überzeugt zu haben. Überdies unterstützte er ihn finanziell und besorgt ihm „militärische Gebrauchsgegenstände“.

Der so radikalisierte 24-Jährige verübte im Irak einen Selbstmordanschlag und riss mindestens zwölf irakische Soldaten mit in den Tod. (WIR BERICHTETEN) 

Wie konnte es so weit kommen? 

N. (33) kommt aus einem gutbürgerlichen Elternhaus. Beide Elternteile sind Akademiker und kommen ursprünglich aus Algerien. Schon auf dem Mannheimer Gymnasium beobachten seine Klassenkameraden, dass N. immer auf der Suche nach einer klaren Identität war.

„Ständig hat er den Freundeskreis seinem aktuellen Hobby angepasst“, erzählt uns ein ehemaliger Klassenkamerad, der 2001 mit ihm Abitur gemacht hat. „Ob es jetzt Eishockey oder Jungle-Musik war: Er war immer hundertprozentig dabei – bis er sich etwas Neues gesucht hat.“ 

Im Jahr 2007 absolviert N. ein ärztliches Pflichtpraktikum an der Diagnostischen Radiologie der Uni-Klinik Heidelberg.

Weil er mit Drogen an der niederländischen Grenze erwischt wird, verliert er seine Approbation als Allgemein-Mediziner, studiert Zahnmedizin. Der zuletzt in Berlin-Charlottenburg praktizierende Zahnarzt ist bei Patienten sehr beliebt, hat in einem Ärzte-Bewertungsportal eine sehr gute Bewertung (9,1 von 10 Punkten). 

‚Ausflug' in die rechte Szene

Doch er suchte nicht nur Identität in seinen Hobbys. Im Alter von 15 und 16 Jahren tummelte er sich in der rechten Szene „Er hat seine Wurzeln verleugnet und wollte sogar seinen Namen in ‚Frank‘ ändern“, verrät ein Insider.

„Da hat es nicht einmal geholfen, dass er in einer Multi-Kulti-Klasse mit unterschiedlichen Religionen war – hat nichts an seiner Weltanschauung geändert“, so ein früherer Klassenkamerad. 

N. (in der Mitte) auf seinem Abiball 2001. 

Wann fand seine salafistische Radikalisierung statt? 

Spätestens nach dem 11. September 2001 hätten sich seine Weltanschauungen verhärtet. „Er hat an eine amerikanisch-jüdische Weltverschwörung geglaubt. Für ihn war immer alles nur schwarz-weiß. Alle Antworten waren absolut“, erinnert sich sein Klassenkamerad. 

In der Abi-Zeitung seines Jahrgangs wird N. so beschrieben: „Sehr ehrgeizig und verbissen, ziemlich stur und von seiner Meinung felsenfest überzeugt.“

Besonders makaber ist diese Beschreibung: Alle Versuche ihn davon abzubringen, scheitern kläglich und bedeuten den Tod für den Andersdenkenden (zumindest im verbalen Sinne). [...] Andererseits kann [...] auch überraschend nett und amüsant sein, solange man nicht über Wissenschaften oder ähnliches diskutiert."

Welches Strafmaß erwartet N.?

Es besteht der Verdacht der Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Das Strafmaß könnte von einer Geldstrafe bis zu siebeneinhalb Jahren Haft reichen. 

kp

Quelle: Mannheim24

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