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Das Landgericht Mannheim.

Nach 65 Verhandlungstagen

Richter krank! Mammut-Drogenprozess vor Neubeginn 

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    Alina Vomend
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Mannheim-Innenstadt – Weil der Richter weiterhin krank ist, wird der Mammut-Drogenprozess gegen elf Angeklagte nach über einem Jahr ‚Laufzeit‘ ausgesetzt! Mit weitreichenden Folgen... 

Schon 13 Monaten sind vergangen seit dem Auftakt im spektakulären Drogenprozess gegen elf Männer am 24. Juni 2014 vor der 5. Großen Strafkammer...

Doch nach 65 Verhandlungstagen ist jetzt Schluss! Aber nicht etwa, weil endlich die Urteile gesprochen wurden, sondern weil der Prozess aufgrund der längerfristigen Krankheit des Vorsitzenden Richters, Michael Seidling, ausgesetzt wird! Er ist seit 8. Juni krankgeschrieben – seither ruht der Fall.

Problem: In einem laufenden Verfahren kann im Krankheitsfall nicht einfach ein ‚Ersatz-Richter‘ einspringen und den Vorsitz übernehmen!

Heißt: Da die Hauptverhandlung neu bei Null beginnen müsse, bleiben die Angeklagten (28 bis 52 Jahre) weiter in U-Haft. So erklärt es am Donnerstag ein Sprecher des Landgerichts der Nachrichtenagentur dpa.

Der Termin soll Ende August/Anfang September sein.

Die Anklage

Laut Staatsanwaltschaft sollen zehn der Beschuldigten zwischen 2012 und ihrer Festnahme im Oktober 2013 in großem Umfang mit Amphetaminen, Ecstasy, Kokain, Haschisch und Marihuana im Raum Mannheim und Berlin gehandelt haben. Ein elfter Mann und ‚seine Kuriere' sollen die Chemikalien in eigens dafür präparierten Autos zur Produktion in ein illegales Drogenlabor in die Niederlande geschmuggelt haben.

Fahnder hatten im Oktober 2013 fast 150 Kilogramm Amphetamine in Ludwigshafen entdeckt – eine der größten Mengen dieser Droge, die bundesweit je sichergestellt wurde. Dazu ein Kilo Kokain und fast zwei Kilo Haschisch. Markwert der beschlagnahmten Drogen: rund 1,5 Millionen Euro. 

‚Millionen-Grab‘ Drogenprozess

So wie hier im Januar, mussten zu jedem Prozesstag Dutzende Polizisten anrücken.

Größter Kostenfaktor sind wohl die massiven Sicherheitsmaßnahmen: Allein im Sitzungssaal ein Dutzend Polizisten und Justizbedienstete, dazu etliche Kollegen im Foyer am Metalldetektor und zur Sicherheitskontrolle sowie rund um das Gerichtsgebäude – macht mehrere hunderttausend Euro für Personal.

Bei einer solch großen Anzahl von Angeklagten muss so viel Sicherheitspersonal für einen ordnungsgemäßen Verfahrensablauf anwesend sein. Dazu hatte in diesem Prozess eine Gefährdungslage bestanden“, so Gerichtssprecher Dr. Joachim Bock gegenüber MANNHEIM24.

Dazu der teuere ‚Shuttle-Service‘ der Beschuldigten zu den Gefängnissen in Freiburg, Stuttgart und Bruchsal – an 65 Tagen jeweils hin und zurück. 

All das verschlingt Unsummen an Geld!

Und wenn man bedenkt, dass die (Pflicht-)Verteidiger der elf Angeklagten mit täglich mehreren hundert Euro ‚zu Buche schlagen‘, sind dies zusätzlich zig hunderttausend Euro. Ganz zu schweigen von den Kosten für Staatsanwaltschaft und Strafkammer.

Somit dürfte der Mammut-Drogenprozess schon weit über eine Million Euro ‚verschlungen‘ haben! Wohl leider umsonst...

Viel wichtiger bei all der Diskussion ums Geld ist jedoch, dass Richter Seidling wieder gesund wird! MANNHEIM24 wünscht gute Besserung.

>>> Verschärfte Sicherheit bei Drogen-Prozess am Landgericht

dpa/lin/pek

Quelle: Mannheim24

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