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An diesen Tieren scheiden sich die Geister

Freibäder und Wiesen verschmutzt

Werden Nilgänse zum Problem?

Mannheim/Heidelberg - Sie sind hübsch, aber sie nerven. Die „aggressive“ Nilgans gehört mittlerweile in Parks und Schwimmbädern zum Stadtbild. Wieso das zum Problem geworden ist: 

Schöne Tiere sind es ohne Zweifel, aber Nilgänse nerven. Sie sind in der Brutzeit äußerst aggressiv und darüber hinaus vertreiben sie angeblich andere Vögel aus ihrem Territorium. Im Südwesten verbreiten die Tiere sich rasanter als andere Gänsearten. Zwar dürfen die Tiere inzwischen gejagt werden - aber ob das was bringt, ist umstritten.

Haben wir wirklich ein Gänse-Problem? 

Nilgänse werden in der Metropolregion und in ganz Baden-Württemberg nach Expertenmeinung zum ernsten Problem. Diese aggressive Gans vermehre sich stark und bedrohe einheimische Arten und Lebensräume, so die Stelle für Wildtierforschung in Baden-Württemberg. Auch Joachim Thierer, Leiter des Veterinäramtes im Landkreis Karlsruhe, ist besorgt: „Es gibt eine klare Tendenz, dass die Population rasant wächst“.

Vogelschützer beobachten die Zunahme auch, sind aber wesentlich entspannter. Die Nilgans sei zwar in der Tat „ein relativ aggressiver Vogel“, sagt Nabu-Sprecher Hannes Huber, eine gezielte Bekämpfung sei jedoch nicht nötig, da wären Kollateralschäden zu hoch. Soll heißen: Durch die Schüsse könnten versehentlich andere Vögel getroffen oder durch Lärm gestört werden. 

Absaugen von Gänsekot dauert Tage!

Aus den Kommunen und Regierungsbezirken kommen unterschiedliche Reaktionen auf das Thema Nilgans. In Mannheim jedoch kommen die Gänse laut einer Sprecherin der Stadt an vielen Gewässern vor – die in der Stadt befindlichen Nilgänse hätten „durch ihre Hinterlassenschaften immer wieder Badeseen verunreinigt“

Am Vogelstangsee sei schon mehrfach der Sand ausgetauscht worden. „Zudem wurden Schilder angebracht, die auf das Fütterungsverbot hinweisen.“ 

In Heidelberg nerven auch Kanadagänse und Schwanengänse sehr – „zahlenmäßig am gravierendsten sind aber tatsächlich die Nilgänse“, sagt eine Sprecherin. Das größte Problem ist dabei wohl der Gänsekot auf Wiesen, etwa am Unteren Neckar. Mit einer Spezialmaschine werde er abgesaugt – eine Arbeit, die drei Tage dauert.

Naturschützer und Vogelkundler sind anderer Meinung

So niedlich sie sind, es werden wohl zu viele.

Auch wenn Parkbesucher oder Badegäste immer wieder über den Gänsedreck auf Liegewiesen motzen, hält Hans-Günther Bauer vom Max-Planck-Institut für Ornithologie das für übertrieben. Wer Naturschutz wolle, müsse eben auch mit solchen Phänomenen leben. Es gebe keinen Grund, sich vor Verdrängung einheimischer Vogelarten durch die Gänse zu fürchten. „Bestände anderer Vogelarten nehmen vielmehr deshalb ab, weil der Mensch drastisch in die Natur und die Lebensräume eingreift“, sagt Bauer. Die Stuttgarter Ornithologin Friederike Woog sieht Nilgänse ebenfalls nicht als Problem.„Sie haben sich zwar deutlich vermehrt, aber ihr Bestand ist noch vergleichsweise niedrig.“

Gänsejagd ist kompliziert

Gänse sind in Baden-Württemberg im Zuge des neuen Jagdgesetzes seit vergangenem April nicht mehr ganzjährig geschützt, sondern dürfen außerhalb der Schonzeiten gejagt werden. Das ist allerdings zeitintensiv und nicht so einfach, denn die Tiere sind sehr wachsam und reagieren auf Annäherung sehr empfindlich und in Parks oder siedlungsnahen Gebieten darf ohnehin nicht geschossen werden. Und ob die Jagd überhaupt was bringt, ist zudem umstritten, denn wenn Tiere getötet werden, wird ein Revier frei und andere Tiere rücken nach ...

Quelle:dpa

Quelle: Mannheim24

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