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Ein 37-Jähriger wird vom Landgericht Mannheim wegen Veruntreuung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt (Symbolfoto).

Veruntreuung von 13 Millionen Euro

Investmentbanker muss über 5 Jahre hinter Gitter

Mannheim - Er veruntreute Millionen und tätigte sogar mit dem Geld seiner damaligen Freundin riskante Investments – ein früherer Investmentbanker stand vor dem Landgericht Mannheim.

Das Landgericht Mannheim hat einen früheren Investmentbanker wegen Veruntreuung von etwa 13 Millionen Euro zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt. 

Nach Überzeugung der Richter informierte der 37-Jährige mehrere Privatkunden zwischen 2007 und 2009 nicht über Risiken von Spekulationsgeschäften. Zudem tätigte der damals als erfolgreich geltende Investmentbanker demnach ohne Wissen der Kunden riskante Investments mit deren Geld. Bei den getäuschten Kunden handelte es sich teilweise um Bekannte des Verdächtigen. Sogar ein früherer Jugendfreund und die damalige Lebensgefährtin des Angeklagten gehörten dazu.

Der 37-Jährige hatte sämtliche Taten eingeräumt und vor dem Urteil am Donnerstag noch einmal sein Bedauern ausgedrückt. Mit dem Urteil blieb das Gericht unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren gefordert. 

Nach Ansicht der Anklage umging der damalige Investmentbanker die „dilettantischen“ Kontrollmechanismen der Bank geschickt, um etwa durch Umbuchungen entstandene Verluste zu verschleiern. Als Motiv hatte die Staatsanwaltschaft eine Art Profilierungssucht ausgemacht.

Wie die Vorsitzende Richterin sagte, gilt ein Jahr der Freiheitsstrafe schon als abgesessen, so dass der Angeklagte noch höchstens vier Jahre und zehn Monate einsitzen muss. Hintergrund ist die lange Bearbeitungszeit in dem Fall. Die Veruntreuungsvorwürfe wurden zwar schon 2009 konkret, bis zur Anklageerhebung dauerte es allerdings noch einmal bis Mai 2012. 

Wie es vom Gericht hieß, sind die verschiedenen Kammern des Landgerichts in der Regel nur mit der Mindestzahl erforderlicher Richter ausgestattet. Das führe zu Engpässen bei Krankheitsfällen in den Kammern und einer gleichzeitig hohen Anzahl von Prozessen.

dpa/rmx

Quelle: Mannheim24

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