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Die Wege unter der Bedachung um die Veranstaltungshalle sind weiterhin begehbar

Sorgenkind und Architekturschatz

Verein für marode Multihalle gegründet

Mannheim – Die Multihalle soll bleiben! Allerdings nur, wenn sich noch weitere Förderer und Spender für eine Sanierung des Kulturdenkmals finden. Ein Verein soll das jetzt erleichtern.

„Die Multihalle ist ein ingenieurtechnisches Meisterwerk“, betont Mannheims OB Kurz bei der gemeinsamen Pressekonferenz der Stadt Mannheim und der Architektenkammer Baden-Württemberg (AKBW) am Freitag. 

Deswegen haben die beiden Partner beschlossen, ab Februar 2017 eine „sehr engagierte Kampagne“ zu starten, „mit dem Ziel, die Multihalle wieder in den Fokus der Betrachtung zu rücken und Begeisterung für diese einmalige Architektur zu wecken,“ ergänzt Baubürgermeister Lothar Quast.

Mit dieser Kampagne und Gründung des Vereins „Multihalle e.V.“ sollen auch weitere Förderer gewonnen werden, die den Erhalt des Bauwerks mit Spenden unterstützen. 

„Die Multihalle ist ein großartiges Bauwerk – ein richtiges Architekturjuwel!“, schwärmt auch Stephan Weber, Vizepräsident der AKBW. „Obwohl sie schon vor gut 40 Jahren errichtet wurde, ist sie immer noch eine Innovation. Eine Leichtbaukonstruktion in dieser Größenordnung ist weltweit einzigartig.“ Es sei wichtig solche „Schätze“ zu pflegen und zu erhalten.

Vom architektonischen Highlight zum Schandfleck?

Bis heute ist die von Frei Otto für die Bundesgartenschau 1975 entworfene Multihalle mit ihrer filigranen Holzgitterschale die größte derartige Konstruktion der Welt. Genau deswegen wurde sie nicht – wie zunächst vorgesehen – nach der Buga wieder abgebaut, sondern erhalten. 1998 hat man dieses „Wunder im von Mannheim“ im Herzogenriedpark sogar als Kulturdenkmal erfasst.

Mittlerweile ist die Folie auf der Gitterkonstruktion teilweise aber so porös, dass Feuchtigkeit das Holz der Dachkonstruktion beschädigt – ein großes Stützgerüst sorgt seit 2008 dafür, dass sich die tragende Holzkonstruktion nicht weiter verzieht.

2011 wurde die eigentliche Veranstaltungshalle aus Sicherheitsgründen dann ganz gesperrt, die Wege unter der Bedachung um die Halle sind aber weiterhin begehbar. Damit können Besucher auch die Fenster zum Inneren der Halle erreichen. Sie sind staubig und seit Jahren mit zerrissenen Stoffbahnen abgehängt – ein trauriger Anblick für Nostalgiker und Architekturfreaks.

Hintergrund

Der Gemeinderat einigte sich im Juni darauf der Multihalle eine weitere Schonfrist zu geben (WIR BERICHTETEN). Finden sich jedoch bis Ende 2017 keine Sponsoren für den Erhalt, wird diebeeindruckende Konstruktion zurückgebaut.

Denn mit einem „Mindestaufwand von zirka 11,6 Millionen Euro und den weiteren Risiken im Bauverlauf“ sei die Generalsanierung durch die Stadt Mannheim „nicht tragbar und zumutbar“, so der Wortlaut der Beschlussvorlage.

sag/Stadt Mannheim

Quelle: Mannheim24

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