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26 000 Betriebe in Rheinland-Pfalz wurden im vergangenen Jahr untersucht. (Symbolfoto)

Spülmaschinensalz auf der Brezel

Rheinland-Pfalz: Lebensmittelkontrolleure auf Spurensuche

Mainz - 44.500 Mal schauen die Lebensmittelkontrolleure in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr in Töpfe und Kühlschränke – und entdecken jede Menge Unappetitliches:

Detektivisch zählen die Lebensmittelkontrolleure ihre Funde auf: Schimmel im Tetrapak mit Orangensaft, Spülmaschinensalz auf der Brezel, Übelkeit verursachender Bacillus cereus in einem Steak mit Nudelauflauf. 39 Mal fanden sie im vergangenen Jahr gesundheitsschädliche Lebensmittel. 

Doch Ernährungsministerin Ulrike Höfken beeilt sich bei der Vorstellung der Jahresbilanz Lebensmittelüberwachung am Dienstag zu versichern: „Es gab keine Skandale." Damit das möglichst so bleibt, schwärmen die Kontrolleure des Landesuntersuchungsamtes (LUA) im ganzen Land aus. 

44.500 Proben werden im vergangenen Jahr genommen, untersucht, bewertet. Tatsächlich sind im Jahr 2015 nur 0,19 Prozent der Proben gesundheitsschädlich. Doch immerhin 11,3 Prozent – also jede neunte Probe – wird beanstandet. 

Besonders häufig trifft das auf Süßwaren zu, für deren Zubereitung zum Beispiel falscher Honig verwendet wird. An zweiter Stelle folgen Fertiggerichte. Häufig gäben asiatische Imbissläden nicht an, dass sie Glutamat verwenden, sagt Gabriele Luhofer, stellvertretende Leiterin des LUA. "Der Großteil der Beanstandungen ist unspektakulär", sagt Luhofer weiter. Oft gehe es um falsche Etiketten. So weisen die Kontrolleure oft Vitamin C in Apfelsäften nach, ohne dass dies bei den Zutaten aufgelistet ist. „Oder umgekehrt, es steht Vitamin C drauf, ist aber nicht in ausreichender Menge vorhanden", erklärt Luhofer. 

Ab und an ordnet das Untersuchungsamt an, dass Betriebe schließen müssen – manche nur einen Tag, um richtig durchzuputzen, andere länger. Wenn ein Restaurant ein Schild an die Tür hänge „wegen eines Trauerfalls geschlossen", dann könne das auch etwas anderes sein, sagt Wilfried Ebling vom Ministerium. Doch grundsätzlich seien Betriebsschließungen Ausnahmefälle. 

dpa

Quelle: Mannheim24

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