+
Die Polizei untersucht derzeit einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Ministerpräsidentin: „Kein guter Tag für Rheinland-Pfalz.“

Fassungslosigkeit nach Brandanschlag auf Asylheim

  • schließen

Limburgerhof – Einige Wochen bevor bis zu 18 männliche Asylbewerber in das Fertigbauhaus einziehen können, legen Unbekannte Feuer. Es herrscht Fassungslosigkeit in Rheinland-Pfalz. 

Schockierte Bauarbeiter und ratlose Politiker stehen vor dem 19 mal 24 Meter großen Gebäude am Nordrand vom Limburgerhof. Kriminalbeamte begutachten den Tatort.

Unbekannte zündeten nach ersten Ermittlungen in der Nacht zum Mittwoch eine Asylunterkunft an, die sich noch im Bau befand. Die Polizei untersucht derzeit einen möglichen fremdenfeindlichen Hintergrund.

Geplantes Asylheim: Brandstiftung auf Dach

Ermittlungen ergeben: Es handelt sich um Brandstiftung

Der leitende Oberstaatsanwalt, Hubert Ströber, erklärt am Vormittag, dass unter anderem der Verdacht auf vorsätzliche Brandstiftung bestehe. Am Nachmittag bestätigt die Polizei Rheinland-Pfalz diese erste Vermutung. Ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamts 
Rheinland-Pfalz kommt am Brandort in Limburgerhof zu folgendem Ergebins: Ein technischer Defekt und eine Selbstentzündung sind ausgeschlossen. Der Brand beruht auf Brandstiftung.

Nach bisherigen Erkenntnissen zünden die Täter Bitumenrollen auf einem Dach an. „Durch das Feuer wurden in der Folge auch die bereits verlegten Bitumbahnen des Flachdachs in Mitleidenschaft gezogen“, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Eine Frau aus einem benachbarten Wohnblock habe als erste den Brand bemerkt. Nun suchen die Ermittler weitere Zeugen.

Fassungslose Lokalpolitiker

Nach Angaben des Beigeordneten Willi Dörfler (SPD) war das aus Systembauteilen bestehende Gebäude erst am Montag angeliefert worden, am Dienstag hatte der Innenausbau begonnen.

„Für uns ist es unerklärlich, dass sowas hier passieren kann. Wir können froh sein, dass noch niemand hier wohnt.“, so Dörfler. 

Rosemarie Patzelt, erste Beigeordnete des rund 12.000 Einwohner zählenden Ortes und Zuständig für die Betreuung von Asylbewerbern, ist wütend: „Ich finde es ganz entsetzlich, dass scheinbar die Hemmschwellen immer mehr sinken.“

Sie spricht von einer Willkommenskultur im Limburgerhof. 80 Asylbewerber leben im Ort und werden nach Patzelts Angaben gut betreut. Drohungen habe es ihres Wissens nach nicht gegeben.

„Kein guter Tag für Rheinland-Pfalz“

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verurteilt den mutmaßlichen Brandanschlag scharf. „Rheinland-Pfalz ist und bleibt ein weltoffenes und tolerantes Bundesland.“, betonen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) und Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) in einer gemeinsamen Mitteilung.

Dreyer besucht am Vormittag den Ort des Brandes. „Es ist kein guter Tag für Rheinland-Pfalz.“, sagt sie. Es sei bitter, dass der Anschlag einem Gebäude gegolten habe, in dem Asylbewerber untergebracht werden sollten und leider nicht auszuschließen, dass die Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund habe.

Parallelen zu dem Vorfall in Tröglitz vor einigen Wochen will sie nicht ziehen.

>>> Unbekannte zünden geplantes Asylheim an!

-----------

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern weiter an. Die Polizei bittet Personen, insbesondere Anwohner, die sachdienliche Hinweise speziell zu dem dunklen Fahrzeug geben können, sich mit der Kriminalpolizei Ludwigshafen in Verbindung zu setzen.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

Der Aufbau der „Winterlichter“ im Luisenpark

Der Aufbau der „Winterlichter“ im Luisenpark

Schwerer Unfall bei Frauenweiler

Schwerer Unfall bei Frauenweiler

Fotos: ,Ladies Night - ganz oder gar nicht‘ im Capitol

Fotos: ,Ladies Night - ganz oder gar nicht‘ im Capitol

Kommentare