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Olympiateilnehmer Jürgen Spieß ist bereit für Rio

Porträt der Olympiateilnehmer

Jürgen Spieß will Rio fest in den Händen halten!

Heidelberg/Rio de Janeiro – Wird Jürgen Spieß statt Hanteln bald die Goldmedaille in die Luft ‚stemmen‘? Kurz vor Olympiastart erzählt er über sein Training und seine Pläne für die nächsten Wochen:

Jürgen Spieß freut sich schon auf die kommenden Spiele. Für den gebürtigen Heidelberger werden es die dritten Olympischen Spiele werden. Im Interview verrät der 32-Jährige wie es ihm geht, was er erreichen will und wie es danach weiter geht:

Die Spiele stehen vor der Tür – sind Sie sehr nervös? Wie ist Ihre aktuelle Stimmungslage? Überwiegt derzeit mehr der Druck oder die Vorfreude? 

Jürgen Spieß: „Im Moment bin ich noch nicht nervös. Es sind noch etwas mehr als zwei Wochen Zeit bis zu meinem Wettkampf, da gibt es im Training noch eine Menge zu tun, deswegen fühlt sich Rio noch ziemlich weit weg an. Ich bin gut drauf, Vorfreude hat man natürlich schon, aber Nervosität und Druck steigen erst unmittelbar vorm Wettkampf, wenn man in den Flieger steigt, weiß man, dass es richtig losgeht.“

Wie sammeln Sie Informationen über ihre Konkurrenz? Behalten Sie und Ihr Team diese stetig im Auge?

„Ja, natürlich. Man weiß ja, wer da alles in Frage kommt, und mittlerweile sind ja fast alle Leistungssportler in den sozialen Medien ordentlich vertreten, so dass man sieht, wer im Training etwas Besonderes macht. Die Qualifikationswettkämpfe der anderen Nationen werden natürlich besonders genau verfolgt.“

Erster möchte natürlich jeder werden, aber was ist ihr Minimalziel? Welchen Platz wollen Sie definitiv erreichen?

„Ich möchte eine neue persönliche Bestleistung machen. Das heißt für mich 392 Kilogramm im Zweikampf, oder mehr. Wenn ich das schaffe, wird auch die Platzierung zufriedenstellend sein!“

Wovor haben Sie beim Wettkampf am meisten Angst?

„Es gibt nichts, wovor ich Angst haben muss. Wenn ich gut vorbereitet und stark bin, ist der Wettkampf das Schönste auf der Welt. Mit jedem gültigen Versuch kommt man seinem Ziel einen Schritt näher. Natürlich kann man auch mal versagen, das gehört zum Sport dazu, aber bis jetzt konnte ich immer ganz ordentliche Wettkämpfe machen, wenn es darauf ankam.“

Was fasziniert Sie so sehr an Ihrem Sport?

„Gewichtheben ist ein brutaler Sport. Man bereitet sich vier bis fünf Monate auf einen Wettkampf vor, bei dem es dann in drei Versuchen pro Disziplin um alles geht. An seine absolute Grenze zu kommen und das Maximum auf den Punkt zu erreichen, erfordert eine Menge Fleiß, Disziplin und Coolness.“

Schauen Sie auch die Wettkämpfe anderer Teilnehmer aus Deutschland an? 

„Auf jeden Fall. Mein Wettkampf ist am 15. August, danach habe ich dann noch fast eine Woche Zeit. Da schau ich soviel wie möglich. Ich bin ja jetzt schon ein bißchen länger dabei, da kennt man auch schon einige Sportler aus anderen Sportarten sehr gut. Abgesehen davon, dass ich sowieso absolut sportbegeistert bin, ist es natürlich noch einmal was anderes, wenn man beim Daumendrücken noch eine persönliche Bindung zu jemandem hat. Es kommt immer nur darauf an, ob man auch die Eintrittskarten bekommt, die man möchte. Aber als Sportler klappt das meistens sehr gut.“

Können Sie sich etwas Zeit nehmen, um Rio und Umgebung zu erkunden?

„Das wird sich vor Ort zeigen. Klar versucht man, sich die Sehenswürdigkeiten vor Ort anzuschauen und davon gibt es in Rio ja einige, aber von Genießen kann man da wahrscheinlich nicht sprechen. Dazu hat man einfach zu wenig Zeit, und es ist auch zu überfüllt während der Spiele. Ich will die Olympischen Spiele genießen, deswegen bin ich da.“

Sind Sie auf die Wetterumstellung schon gut vorbereitet? 

„So arg wird die Wetterumstellung nicht sein. Da es in Rio gerade Winter ist, wird es um die 25 Grad haben. Da ist es im August bei uns wärmer.“

Noch kurz einen Blick auf die Zeit nach Olympia: Was wollen Sie danach machen? Urlaub oder direkt weiter trainieren?

„Natürlich wird erstmal bis Ende August keine Hantel angefasst. Mein Wettkampf ist am 15. August und die Olympischen Spiele gehen ja bis zum 21. August. Da hab ich erst einmal noch fast eine ganze Woche Urlaub vor Ort. Danach freue ich mich auf meine Frau und meinen Sohn, die ich während der langen Olympiavorbereitung durch die vielen Trainingslager viel zu wenig gesehen habe. Anfang September geht dann auch schon wieder das Training los, da am 24. September die Bundesligasaison beginnt.“

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jol

Quelle: Mannheim24

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