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Bei einer Übung findet die Polizei im Heddesheimer Badesee zwei 'Mordopfer'.

Alles Übung

Polizei fischt zwei ‚Leichen‘ aus Badesee!

Heddesheim/Heidelberg – Taucher durchkämmen das kalte Wasser, bergen erst eine ‚Leiche‘, Stunden später einen zweiten ‚Toten‘. Was am Mittwoch am Badesee los war:

Verwunderte Passanten, überall Polizeiautos – das Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr am Mittwochmorgen (2. November) am Heddesheimer See...

Gegen 8 Uhr sieht eine Spaziergängerin beim Gassi gehen mit ihrem Hund eine im Wasser treibende ‚Leiche‘, alarmiert die Polizei Ladenburg.

Da es sich trotz blauem Müllsack über dem Kopf um einen Selbstmord handeln könnte, muss die Kripo anrücken, um zu klären, ob es sich um ein Verbrechen handelt. Die Soko „Badesee“ wird eingerichtet.

Kurze Zeit später bringen drei Beamte in einem kleinen Boot den leblosen ‚Körper‘ ans Ufer, nehmen dazu geeilte Kollegen noch am Tatort eine Leichenschau an dem ‚Mann‘ vor. Erstes Ergebnis: Eine vermutlich tödlich Schnittwunde am Hals.

Die ‚Leiche‘ (sprich präparierte Schaufensterpuppe) treibt nur deshalb an der Wasseroberfläche, weil das Seil mit einem daran festgebundenen Stein reißt.

Die fiktiv informierte Staatsanwaltschaft Mannheim ordnet schließlich die Obduktion der ‚Leiche‘ in der Heidelberger Rechtsmedizin an.

Zwei ‚Tote‘ im See! Die Polizei-Übung in Heddesheim

Besonderheit: Nur die Führungsebene der Polizei weiß zu diesem Zeitpunkt, dass es sich um eine Übung und nicht um einen Ernstfall handelt! Übungsleiter und Schiedsrichter analysieren den Verlauf anschließend.

Mit der bereits vor eineinhalb Jahren geplanten Rahmenübung der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg sollen bestehender Verfahrens- und Arbeitsabläufe überprüft und optimiert werden“, erklärt Polizeisprecher Heiko Kranz, der selbst erst vor einer Woche davon erfahren hat.

Taucher der Wasserschutzpolizei Mannheim werden hinzugezogen. Mit einer speziellen Unterwasserkamera suchen die Profis den See ab, sichern Spuren. Ein Kollege an Land sieht die Bilder live auf einem Monitor und steht per „Tauchtelefon“ in stetigem Kontakt mit den Tauchern.

Gerade als das Team der Kriminaltechnik wieder abzieht, schlagen die Taucher Alarm, bergen kurz darauf ein verdächtiges in zwei Müllsäcke verpacktes Objekt und bringen es ans Ufer.

Auffällig: Auch die zweite ‚Leiche‘ (ebenfalls eine Puppe) wurde mit Hilfe eines schweren Steins versenkt, weist ebenfalls Schnittwunden auf. Ein gelbes Küchenmesser steckt sogar noch im Brustbereich.

Auch ein am Ufer angespültes Surfbrett wird beschlagnahmt. Haben der oder die Täter damit die ‚Leichen‘ aufs Wasser gebracht, um sie dort zu versenken? Außerdem entdecken die Ermittler im Uferbereich des Badsees deutliche Schleifspuren auf dem Boden.

Das Polizeipräsidium postete den Krimi auf Facebook, den Juliette Gaedicke vom Führungs- und Einsatzstab erklärt:

Des Rätsels Lösung: Ein Zeuge ruft nachts beim Revier Ladenburg an, meldet einen lautstarken Streit im Ferienhaus „Kirche“, wo auch fünf Männer aus Osteuropa wohnen. Schlagartig sei es dort still gewesen... Ob das etwas mit der ‚Bluttat‘ zu tun hat? 

Und tatsächlich: Die Ermittlungen in der verdächtigen und blutverschmierten Wohnung ergeben, dass es innerhalb der Einbrecherbande nach deren letzten Einbruch zum heftigen Streit kam, zwei der Männer getötet wurden.

Aber wie gesagt: Alles nur eine erschreckend realistische Übung. Somit können die Einwohner im beschaulichen Heddesheim auch weiterhin beruhigt schlafen...

pol/pek

Quelle: Mannheim24

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