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Die „Schreitenden Pferde“ in einer Halle auf dem Gelände der Bundespolizei.

Mehr als 20 Jahre verschollen

Streit um NS-Kunstwerke: Wem gehören sie wirklich?

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Bad Dürkheim/Berlin: Nach dem spektakulären Fund von verschollener NS-Kunst in einer Lagerhalle stellt sich nun die Frage nach dem Umgang mit den historischen Stücken.

Monatelang suchen Kunstfahnder des Berliner LKA nach den Werken von Adolf Hitlers Lieblings-Bildhauern Arno Breker, Josef Thorak und Fritz Klimsch. 

In einer Lagerhalle in Bad Dürkheim stoßen die Ermittler dann schließlich auf die Kunstwerke, die seit mindestens zwei Jahrzehnten als verschwunden gelten. (WIR BERICHTETEN)

Am Donnerstag werden zuerst die "Schreitenden Pferde", die einst Hitlers Neue Reichskanzlei in Berlin schmückten, auf ein Polizeigelände nach Bad Bergzabern gebracht.

Nazi-Kunst gefunden: Das sind die Bronze-Pferde von Hitler

Der Abtransport wird zum großen Spektakel für Schaulustige, die sich zahlreich um die Lagerhalle versammeln. Völlig unverhüllt und gut gesichert stehen stehen die Kunstwerke auf einem Tieflader des THW.

Doch wem gehören die Skulpturen?

Jetzt gilt es die die Besitzverhältnisse dieser historisch belasteten Kunst zu klären. Während die Berliner Polizei  gegen acht Verdächtige im Alter zwischen 64 und 79 Jahren ermittelt, die die Kunstwerke gestohlen und den Weiterverkauf ausgehandelt haben sollen, geht einer der Beteiligten – der Mieter der Halle – in die Offensive:

Am Freitag lässt er über seinen Anwalt erklären, dass er die Kunstgegenstände vor mehr als 25 Jahren rechtmäßig von der russischen Armee und den früheren Herstellern gekauft habe. „Mein Mandant ist kein Hehler“, so Anwalt Andreas Hiemsch. 

Die gekauften Werke sollen 20 Jahre lang bei einer Breker-Ausstellung bei Köln größtenteils öffentlich ausgestellt gewesen sein. Thoraks „Schreitende Pferde“ sollen sogar einer Bundeseinrichtung als Leihgabe angeboten worden sein, dies sei jedoch abgelehnt worden. Er sei der Eigentümer der Gegenstände.

Eine Sprecherin des Bundesvermögensamtes jedoch gibt an, dass es deutliche Hinweise gebe, dass die beschlagnahmte NS-Kunst dem Bund gehöre.

Kulturstaatsministerin Monika Gründers spricht sich derweil dafür aus, die sichergestellten Kunstwerke im Museum zu zeigen.

dpa/kab

Quelle: Mannheim24

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