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Conchita Wurst

Auftritt im deutschen TV

So geht Conchita Wurst mit der Kritik um

München - Die heftige Kritik, unter anderem aus Russland, sieht Conchita Wurst als großes Kompliment. Im TV erzählt sie außerdem von einem Toiletten-Fauxpas während des Song Contest.

Update vom 21. Mai 2015: Einen ESC ohne Conchita Wurst kann es jetzt ja eigentlich gar nicht mehr geben. Seit die Dragqeen sich vergangenes Jahr den Sieg geholt hat, kennt die Dame mit Bart wohl jeder Fan des Eurovision Song Contest. Und so steht sie auch folgerichtig heuer wieder auf der Bühne und berichtet live aus dem Green Room. Dort wird sie die Kandidaten interviewen - und ESC-Entdeckung Conchita Wurst macht das sicherlich wieder mit Charme und Eleganz.

Update vom 18. Mai 2015: Im vergangenen Jahr hat Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest gewonnen. Die Dragqueen war so erfolgreich, dass das Motto des ESC 2015 sogar von ihr inspiriert wurde: Building Bridges - Brücken bauen. Das wollen vor allem diesmal auch die Teilnehmer aus Finnland und Polen. Sie gehen mit Handicaps auf die Bühne und ihnen geht es um weit mehr als nur den Sieg.

Conchita Wurst polarisiert derzeit wie kaum eine andere Person des öffentlichen Lebens. Die Gewinnerin des Eurovision Song Contest muss aber auch heftige Kritik einstecken - auch von prominenten Namen. "Das ist Europas Ende!", wetterte etwa Russlands Ultra-Nationalist Wladimir Schirinowski. "Sie haben schon keine Männer und Frauen mehr. Bei ihnen gibt es nur noch 'Es'", schimpfte der Parlamentsabgeordnete. Doch die 25 Jahre alte Künstlerin geht mit solchen Aussagen äußerst gelassen um und versteht sie nicht als Kritik.

Conchita Wurst bei Stern TV

"Es hört sich wahnsinnig komisch an, aber ich habe noch nie ein größeres Kompliment bekommen", sagte sie in ihrem ersten deutschen TV-Auftritt nach ihrem ESC-Triumph in der RTL-Sendung Stern TV. "Wenn eine ganze Nation davor Angst hat, dass ein junger schwuler Mann in Damen-Klamotten mit Bart so meinungsbildend ist, dass er eine ganze Gesellschaft zum Bersten bringt, dann kann ich das nur als Kompliment sehen."

Dass sie für ein derart unterschiedliches Meinungsbild in der Öffentlichkeit sorgt, damit habe Wurst gerechnet. "Natürlich habe ich den Bart gelassen, um zu polarisieren", räumt die 25-Jährige während ihres sympathischen Auftritts ein. Anders als mit dieser Kunstfigur habe sich ihre Botschaft aber nicht transportieren lassen: "Ich denke, dass man in der heutigen Zeit den Menschen leider unmissverständlich klar machen muss, wenn man ihr Gehör haben möchte. Das mache ich auf diese Weise, weil ich weiß, dass man so auf mich reagiert."

Morddrohungen gegen Conchita Wurst

Mit der Kritik könne Wurst - mit bürgerlichem Namen Tom Neuwirth - umgehen und leben. "Man muss mich nicht lieben, aber man muss es akzeptieren, dass ich da bin, denn ich geh' nicht mehr weg", beteuert Wurst. "Ich werde nicht aufhören, mein Leben zu leben." Mittlerweile geht es sogar schon so weit, dass die Österreicherin Morddrohungen erhält.  

Den Vorwurf, sie habe den Song Contest in Kopenhagen lediglich wegen ihrer politischen Botschaft und ihrer Kunstfigur gewonnen, weist die 25-Jährige ebenfalls von sich. "Klar, die Message ist sehr stark", gesteht sie zwar. "Nichtsdestotrotz hätte ich die größten Reden schwingen können: Hätte ich ein furchtbares Lied abgeliefert, hätte ich auch nicht gewonnen. Ich sage nicht, ich bin die größte Sängerin der Welt. Aber ich denke, ich habe ganz passabel abgeliefert."

So freizügig präsentiert sich Conchita Wurst

So freizügig präsentiert sich Conchita Wurst

So wird sie den Tag ihres Triumphes wohl lange in Erinnerung behalten - auch wegen eines kleinen Fauxpas kurz vor der Bekanntkabe der Voting-Ergebnisse der abstimmenden Länder. Nachdem sie nach ihrem Auftritt "ein paar Gläschen" gekippt hatte, "um zu entspannen", musste Wurst dringend auf die Toilette. Dabei gab es allerdings zwei Probleme. Nummer eins: Vom Greenroom bis zum Backstage-Bereich sei es ein langer Weg gewesen, "und den mussten wir laufen", erzählte die Österreicherin. Hinzu kam ihr Kleid: "Es war so eng, dass ich nur auf Toilette konnte, wenn ich mich komplett ausziehe. Dazu brauchte ich drei Helfer." So weit, so gut.

Kurz vor dem "Ziel" sorgte ihr "In-Ear"-Kopfhörer aber für die nächste Schwierigkeit: "Ich will mich hinsetzen, um zu pinkeln, und dann fällt mir das Ding in die Muschel." Am Ende ging aber alles gut: Sie hat die "In-Ears" getrocknet, die Blase geleert und war rechtzeitig zur Punktevergabe wieder im Greenroom der Arena in Kopenhagen.

mg

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