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Polizei und Einsatzkräfte werden immer wieder durch Gaffer behindert! (Symbolfoto)

Riskante Sensationsgier

Polizei: „Gaffst Du noch, oder hilfst Du schon?“

Ludwigshafen – Sensationslust und die Gier nach spektakulären Handybildern – Gaffen ist ein wachsendes Phänomen. Das erlebt auch die Polizei bei ihrer täglichen Arbeit, jetzt wendet sie sich an die Bevölkerung:

Sie stehen bei Katastrophen immer in der ersten Reihe. Doch statt zu helfen, bleiben sie tatenlos, fotografieren höchstens mit dem Smartphone und verbreiten Bilder im Internet. Gaffer werden immer mehr zum Problem. 

Denn wer sich zum Beispiel bei einem Notfalleinsatz nach vorne drängt, der behindert die Arbeit der Rettungskräfte und das kann im schlimmsten Fall sogar Leben kosten.

Diese riskante Sensationsgier gefährdet oft nicht nur die Unfallopfer, sondern auch die Gaffer selbst: Autofahrer, die statt nach vorne auf den Unfall im Gegenverkehr achten, die riskieren selbst einen Crash – und werden am Ende vielleicht sogar selbst Opfer von Schaulustigen.

Helfen statt Gaffen!

Das Gaffer-Problem musste auch die Polizei in Ludwigshafen jüngst am eigenen Leib erfahren. Als am Sonntag ein Autofahrer und seine schwangere Beifahrerin bei einem Unfall mit einer Straßenbahn verletzt werden, behindern die Schaulustigen den Einsatz der Polizei und der Rettungskräfte erheblich.

Doch nicht nur das! Wie die Polizei berichtet, reagieren die Gaffer auf die angeordneten Platzverweise mit lautstarkem Hohn und Spott!

Es bestehe natürlich die strafrechtliche Möglichkeit zur Bestrafung von Gaffern. „Uns als Polizei und allen anderen Rettungskräften wäre es jedoch viel lieber, wenn es erst gar nicht zu solchen Situationen kommt. Lassen Sie beim nächsten Mal das Handy in der Tasche und legen sie Hand an.“, so die Bitte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz an die Bevölkerung.

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Das kostet die Sensationsgier!

  • Laut Bußgeldkatalog ist Gaffen eine Ordnungswidrigkeit, die zu einer Geldstrafe von bis 1.000 Euro führen kann. 
  • Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat und könnte neben einer Geldstrafe auch in einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr enden. 
  • Auch das Fotografieren oder Filmen eines Unfalls ist eine Straftat. Wer sich dieses Vergehens schuldig macht, der muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Wenn es sich um „eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt“ (StGB §201a) handelt, ist es egal ob die Fotos veröffentlicht wurden oder nicht.

Gaffer-Vorfälle in der Region

Am 4. August bringt die Sensationslust einiger Gaffer eine Schwerverletzte in der Mannheimer Innenstadt in eine gefährliche Situation. Die Frau muss nach einem Sturz dringend medizinisch versorgt werden – doch die Sanitäter können aufgrund der massiven Einschränkungen durch die Schaulustigen kaum ihre Arbeit verrichten:

>>> Schaulustige behindern Rettung einer Schwerverletzten!

Nachdem am 19. Juli auf der Berliner Straße in Heidelberg eine Frau angefahren wurde, achtet ein Autofahrer mehr auf die Unfallstelle als auf seine eigene Fahrspur – und baut gleich den nächsten Unfall.

>>> Wenn das „Glotzen“ teuer wird!

Nicht einmal 24 Stunden nach dem tödlichen Horror-Unfall auf der A6 bei Mannheim, kommt ein Lkw-Fahrer an der gleichen Stelle bei einem schweren Auffahrunfall ums Leben. Als wäre das nicht schon tragisch genug, ereignet sich ein Gaffer-Unfall auf der Gegenfahrbahn mit vier Verletzten!

Lkw-Fahrer (55) stirbt bei Auffahrunfall auf A6!

Routinemäßig eilen die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim am 26. Juni zu einem Autounfall – was sich dann abspielt, macht sprachlos: 

>>> Dieses Verhalten an einer Unfallstelle regt einfach nur auf! 

Unglaubliche Szenen spielen sich im Mai bei einem Rettungseinsatz in Ingelheim ab. Ein 51-Jähriger wird bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Schnell versammeln sich zahlreiche Schaulustige an der Unfallstelle. Ein Vater hält sogar seine kleine Tochter über den Schwerverletzten!

>>> Gaffer bei Rettungseinsatz: Vater hält Kind über Verletzten

Am 22. Mai 2016 verhindern neugierige Passanten in im rheinland-pfälzischen Hilgenroth Polizisten und Rettungskräfte bei ihrer Arbeit, nachdem ein Radfahrer zusammengebrochen ist. Der 52-Jährige stirbt noch an der Unfallstelle.

>>> Radfahrer stirbt: Gaffer behindern Retter

Routinemäßig eilen die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim am 26. Juni zu einem Autounfall – was sich dann abspielt, macht einfach nur sprachlos!

pol/kab

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