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"Trepp Auf!" heißt die Erfindung von Stefan Meyer aus Bremen: Ein treppensteigender Roboter.

Bundesfinale in Ludwigshafen

‚Jugend forscht‘: „Es scheint zu funktionieren“

Ludwigshafen – Sie haben gegrübelt, getüftelt und gewerkelt - und jetzt kämpfen sie um den Sieg: Beim 50. „Jugend forscht“-Bundeswettbewerb präsentieren 158 Jungforscher ihre Projekte.

Wenn es Bienen schlecht geht, kann man es auch mal mit Homöopathie versuchen. Das hat sich jedenfalls Nora Willmaring überlegt - und drei von Varroamilben geplagte Völker ein Jahr lang mit einem Gemisch aus Zuckerwasser und einem homöopathischen Präparat behandelt. Danach ging es ihnen besser, denn aus den Stöcken fielen deutlich weniger tote Milben als aus denen von Bienen, die nur Zuckerwasser bekamen.

Bei denen Bienen ohne homöopathische Behandlung war die Milbenzahl 3,65 mal so hoch - was Schlüsse auf die Schädlingsmenge im Stock zulässt. „Es scheint zu funktionieren“, sagt die 18-Jährige über ihr Projekt. Derzeit nimmt sie am Finale des 50. Bundeswettbewerbs von Jugend forscht in Ludwigshafen teil - so wie 194 andere Mädchen und Jungen.

DAS sind die Erfindungen der Nachwuchswissenschaftler

Nora, deren Onkel homöopathische Mittel herstellt, weiß, dass deren Wirksamkeit umstritten ist. Oft werde sie nur dem Placebo-Effekt zugeschrieben - also der Einbildung, dass etwas wirke. Eine Biene versteht allerdings nicht, dass sie ein Präparat bekommen hat. Der Placebo-Effekt ist in dem Fall also ausgeschlossen.

Myrijam Stoetzer (14) und Paul Foltin (15) vom Duisburger Franz-Haniel-Gymnasium haben etwas für Menschen entwickelt - einen Rollstuhl, der nur durch die Bewegung der Augen gesteuert wird. Schaut der Nutzer nach rechts, fährt der Stuhl nach rechts, guckt er nach links, geht es auch nach links. Dafür haben sie eine Webcam zerlegt und die Linse an ein Brillengestell montiert, so dass sie die Pupille filmt. Ein Computerprogramm analysiert ihre Bewegung und überträgt die Befehle auf Scheibenwischermotoren, die die Räder antreiben.

Mit der Entwicklung betreten sie nach eigenen Angaben Neuland. „Einen Rollstuhl, den man mit den Augen steuert, gibt es noch nicht“, sagt Paul. Gedacht sei er für Menschen, die zum Beispiel an den Nervenkrankheiten ALS oder MS leiden und sich nicht mehr bewegen können. Sie sollen kostenlos davon profitieren können, denn ihre in der Freizeit entwickelten Pläne stellen die Jungforscher ins Internet. „Jeder kann es nachbauen, weiterentwickeln, aber niemand darf es vermarkten“, erklärt Myrijam.

Kostenlos stellt auch Daniel Meiburg (19) aus Rostock seinen „schlauen Bewegungsmelder“ zur Verfügung. Er reagiert nur, wenn ihm Menschen vor die Linse kommen, Tiere lässt er außen vor. Zwar gibt es schon Programme, die Menschen erkennen, der Abiturient hat aber eine Version geschrieben, die den Hintergrund ignoriert. Denn sonst würde das Programm etwa auch auf Familienbilder an der Wand reagieren – „Und das ist natürlich wieder eine Fehlerquelle“, sagt er. Dass der 19-Jährige dafür kein Geld will, begründet er damit, dass er selbst auch viele kostenlose Lösungen nutze. Er wolle etwas zurückgeben.

Der 15-jährige Philipp Jochum aus Marburg dagegen kann sich schon vorstellen, dass sein „intelligentes Universalnetztei l“ einmal in Serie produziert wird. Ihn stört, dass es zu jedem Elektrogerät ein eigenes Netzteil gibt – und dafür viele Ressourcen verbraucht werden, die später im Elektroschrott landen. Also hat er eins entwickelt, das flexibel auf die unterschiedlichen Spannungsbedürfnisse der Haushaltsgeräte reagiert, der Rasierer bekommt 14 Volt, die LED 8,5 Volt. Philipp geht davon aus, dass seine Entwicklung einzigartig ist und hat sie sich patentieren lassen.

Ein Missstand der anderen Art brachte Joshua Petry (15) aus dem saarländischen Ottweiler dazu, einen automatisierten Toranzeiger für das Tischfußballgerät zu entwickeln. Der Nachbar, der im Verein spielt, hat beim Kicken so heftig geschossen, dass man nicht erkennen konnte, ob der Ball möglicherweise im Tor war und wieder herausgesprungen ist, erklärt er. „Je nach Liga, je nach Klasse kann das ein Tor sein oder kein Tor sein.“ Seine Software soll bei der Klärung der Frage helfen, ob ein Tor ein Tor ist. „Es sei denn, Sie schießen mit Überschall - dann wird es nicht mehr erkannt.

Diese und viele weitere beinahe unfassbare Erfindungen der jungen Tüftler werden in in Ludwigshafen vorgestellt und bewertet. Am Samstag, 30. Mai, soll dann der Sieger gekürt werden. 

dpa

Quelle: Mannheim24

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