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Ab Montag soll im Patrick-Henry-Village ein zentrales „Drehkreuz“ für Flüchtlinge entstehen.

3.500 Flüchtlinge pro Woche

Landkreise: Heidelberg als „Drehkreuz“ reicht nicht!

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Stuttgart/Heidelberg – Das Land verspricht sich Entlastung von der geplanten Drehscheibe zur Flüchtlingsaufnahme in Heidelberg. Doch das ist viel zu wenig, meinen die Kreise.

Das Land soll endlich den Vorschlag seines Verbandes berücksichtigen, vier Aufnahmestellen in den Regierungsbezirken einzurichten, verlangt Verbandschef Joachim Walter. In Heidelberg soll das „Drehkreuz“ ab Montag starten.

Der Tübinger Landrat (CDU) erinnert an die 90er Jahre, in denen Flüchtlinge in Freiburg, Reutlingen, Karlsruhe und Böblingen das gesamte Verfahren von der Registrierung bis zum Bescheid über den Asylantrag durchlaufen konnten. Ein solches System könne die Aufnahme der Flüchtlinge effizienter machen.

Laut Integrationsministerium sollen von nächster Woche an 3.500 Flüchtlinge pro Woche an die Stadt- und Landkreise verteilt werden, doppelt so viele wie zuvor. „Wir sind schon jetzt im Krisenmodus“, betont Walter.

3.500 Flüchtlinge pro Woche

Der Landkreistag fordert von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der Ausweitung sicherer Herkunftsstaaten zuzustimmen, um die Asylverfahren zu beschleunigen. Der Verband hoffte, dass der Regierungschef beim Bund-Länder-Treffen am Donnerstagnachmittag das Asylpaket mitträgt. Dieses umfasst, Albanien, Kosovo und Montenegro als weitere sichere Herkunftsländer einzustufen, Asylbewerber künftig länger in Erstaufnahmeeinrichtungen zu behalten und ihnen dort überwiegend Sachleistungen zu gewähren. Es sei auch im Interesse der Heimat der Asylsuchenden aus dem Westbalkan, dass diese zum Wiederaufbau zurückkehrten, so Walter.

Großangelegte Wohnungsbauprogramme von Bund und Land seien auch notwendig, um Konkurrenzängste gar nicht erst entstehen zu lassen. Würden Einheimischen städtische Wohnungen gekündigt, um Platz für Flüchtlinge zu schaffen, sei das „Gift“ für die Stimmung der Gesellschaft gegenüber den Asylsuchenden, meinte Landrat Frank Hämmerle (CDU) am Donnerstag.

>>> OB Würzner über die Zukunft des Patrick-Henry-Village

Quelle: Heidelberg24

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