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Heidelberger Bismarckplatz

Noch keine Spur von den Schlägern

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Weil der 30-Jährige einem jungen Mann helfen wollte, wurde er selbst zum Opfer von brutalen Schlägern. Obwohl der Tatort gut besucht war, gibt es bis heute noch keine Spur von den Tätern.

Zivilcourage bewies ein 30-Jähriger, der nicht tatenlos zuschauen wollte, als drei Unbekannte einen jungen Mann bedrängten und zuschlugen. Weil er dem Mann half, wurde der Mann selbst zum Opfer der Schläger. Doch diesmal griff niemand ein.

Was war passiert?

Am frühen Sonntagmorgen gegen 2.30 kam es am Bismarckplatz in Heidelberg zu einer heftigen Schlägerei.

Am frühen Sonntagmorgen gegen 2.30 Uhr kam es am Bismarckplatz in Heidelberg zu einer heftigen Schlägerei (wir berichteten). Ein 30-Jähriger eilte einem jungen Mann zur Hilfe, der von drei Männern zusammengeschlagen wurde. Dabei wurde er selbst zum Opfer.

Der Mann wurde zu Boden geschlagen und mit Fußtritten traktiert. Mit einem gebrochenem Schulterblatt und zahlreichen Hämatomen wurde der Verletzte in eine Klinik eingeliefert.

Das Opfer hatte einen Tag später selbst die Polizei verständigt.

Einen Täter konnte er wie folgt beschreiben:

Der Schläger wird auf Mitte 20 geschätzt. Er war etwa 1,80 Meter groß, hatte kurze, blonde Haare und eine schlanke Figur. Der junge Mann und seine Komplizen sollen ein osteuropäisches Aussehen haben.

Nach wie vor fehlt von den Schlägern jede Spur. Obwohl der Bismarckplatz zur Tatzeit laut Aussagen des Opfers gut besucht war und ein Taxistand direkt an den Tatort grenzt, konnten die Täter bisher weder aufgespürt noch weiter beschrieben werden. Die Polizeistelle vor Ort war zu dem Zeitpunkt nicht mehr besetzt.

Nun werden mögliche Zeugen aufgerufen, Beobachtungen zum Tathergang unter der Telefonnummer 06221/99-1700 zu melden.

Zivilcourage in Heidelberg?

Die Polizeistelle am Bismarckplatz ist in der Nacht geschlossen.

HEIDELBERG24 hat am Bismarckplatz nachgefragt, wie es mit der Zivilcourage in Heidelberg aussieht und hat dabei auch erfahren, dass die Schlägerei am Sonntagmorgen bei Weitem kein Einzelfall zu sein scheint.

So berichtete Selina (19), dass Übergriffe auf dem Bismarckplatz ihrer Ansicht nach viel zu häufig zu beobachten seien: "Abends kommt es hier immer wieder zu Schlägereien. Viele Jugendliche stehen dann als Schaulustige drum herum und tun nichts. Ich habe das selbst erlebt. Am Wochenende gegen 22 Uhr wurde ein Mann einfach blutig geschlagen. Ich habe mit meinen Freunden geholfen", sagt die Heidelbergerin.

Birgit (54), deren Sohn in Heidelberg gelebt hat, findet, dass in Heidelberg viel zu wenig durchgegriffen wird: "Mein Sohn hat mir schon oft erzählt, dass immer wieder etwas passiert, aber keiner eingegriffen hat. Er hat selbst einmal geholfen und war dann auch als Zeuge bei der Polizei".

Rebecca (22) hat bisher noch nichts von dem Vorfall in der Nacht von Sonntag auf Montag gehört, ist aber gar nicht überrascht von einem solchen Übergriff auf dem Bismarckplatz: "Wenn etwas Schlimmes in Heidelberg passiert, dann doch hier", meint die Heidelbergerin, die jedoch die Polizeipräsenz lobt.

Jess (26) hat zwar noch nie erlebt, dass es zu Schlägereien auf dem Bismarckplatz kam, findet jedoch, dass es in den Straßenbahnen in Heidelberg viel zu oft zu Gewalt kommt. So musste sie schon miterleben, wie Jugendliche auf hilflose Rentner losgegangen sind. "Es ist aber immer jemand eingeschritten." Selbst würde die Lehrerin sich jedoch nicht trauen, einzuschreiten: "Ich würde die Polizei rufen und sofort darauf aufmerksam machen", sagt sie.

Rouben (27) sieht das ähnlich: "Auf dem Bismarckplatz habe ich noch nie eine Schlägerei erlebt. Aber auf der Unteren Straße in Heidelberg ist immer etwas los. Ich habe aber das Gefühl, dass die Menschen hier immer einschreiten", erklärt der gebürtige Heidelberger.

Die Ludwigshafener Sandra (17) und Nico (18) finden, dass es in Heidelberg eher ruhig zugeht. "Am Berliner Platz in Ludwigshafen oder dem Paradeplatz in Mannheim ist es viel schlimmer. Selbst würden wir nicht eingreifen. Wir würden aber sofort die Polizei rufen. Man macht sich viel zu schnell Feinde und wird selbst zum Opfer", so das junge Paar.

mk

Quelle: Heidelberg24

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