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Die St.Bonfatius Kirche am „Willi".

St. Bonifatius Gemeinde

Offen für alle! Kirchgarten ist Stadtteil-Treffpunkt

Heidelberg-Weststadt – Während in vielen Kirchen strikte Verbote herrschen, geht die Bonifatius-Kirche am Wilhelmsplatz andere Wege. Im Garten ist hier immer was los. 

Hand auf's Herz – wann warst Du zum letzten Mal in der Kirche? Oder davor? Wenn man einen netten Nachmittag in der Sonne verbringen oder abends ein Weinchen mit Freunden trinken möchte, kommt man nicht zwingend auf die Idee, das vor einer Kirche zu tun. Anders ist das bei derSt.Bonifatius Kirche am Wilhelmsplatz (‚Willi‘) in der Weststadt. Hier ist zu jeder Tageszeit was los! 

Gelebtes friedliches Miteinander

Ermale (20) und Anna (21) genießen ihre Pause in der Sonne.

Wann immer man am Kirchgarten vorbeikommt, sind hier Menschen, die es sich gut gehen lassen. Manche schlafen auf der Wiese in der Sonne, andere plaudern auf einer der vielen Treppen, Kinder liefern sich Radrennen, Hundebesitzer schauen ihren Vierbeinern beim Spielen zu. (Man mag es kaum glauben, aber auch Hunde sind hier willkommen!) An Sommerabenden muss man sogar fast ein bisschen Glück haben, wenn man noch einen der begehrten Treppen-Plätze ergattern möchte. Bis zum Sonnenuntergang und darüber hinaus finden sich hier nette Menschen mit einem Fläschchen Wein ein, um den Tag ausklingen zu lassen. 

Und zwischen alledem hat ein obdachloser Mann seit Jahren sein Lager unter einem schattigen Baum hinter dem schönen Messingzaun aufgeschlagen. Auch wenn es immer mal wieder Nachbarn gibt, denen das „wilde Treiben“ und der Mann, der weitgehend in der parkähnlichen Anlage wohnt, ein Dorn im Auge ist. 

Gemeindepfarrer Christof Heimpel versteht das nicht. „Es kommt schon vor, dass Anwohner die Polizei rufen, weil sie sich an dem Anblick der paar Habseligkeiten unseres ‚Mitbewohners‘ stören oder sich beschweren, weil sie der Ansicht sind, ihre Kinder wegen der Hunde nicht mehr im Garten spielen lassen zu können.“   

Nach der Sanierung haben wir vieles anders gemacht...

Dieser Ort war nicht immer so offen, wie er jetzt ist. Im Zuge der Sanierung der Kirche vor einigen Jahren, als auch der Garten neu gestaltet wurde, hat man sich in der Gemeinde und Verwaltung Gedanken darüber gemacht, wie es denn nun weitergehen soll. Sämtliche Verbotsschilder wurden entfernt, das große Messingtor steht seither immer offen und an der Front der schönen Kirche wurde komplett auf einen Zaun verzichtet. 

„Ich wollte einen Ort zum Reinkommen, nicht zum Reinschauen. Es ging mir darum, belebte Flächen zu schaffen."

Es sieht so aus, als wäre das gelungen. Gerade auch für jüngere Menschen, die nicht wirklich gläubig sind, ist St.Bonifatius ein schönes Beispiel dafür, dass der christliche Grundgedanke von friedlichen Miteinander auch im Alltag gelebt werden kann. 

HEIDELBERG24 meint: Daumen hoch für dieses lockere Kirchenkonzept! 

Quelle: Heidelberg24

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