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Der Europäische Nerz gilt als stark gefährdet

Sicheres Zuhause

Gefährdeter Nerz zieht in Zoo Heidelberg!

Heidelberg - Wegen seinem schönen Fell gilt der Europäische Nerz als stark gefährdet. Der Heidelberger Zoo engagiert sich deshalb nun für das kleine Raubtierchen:

Ursprünglich war der Europäische Nerz fast überall in Europa beheimatet – jetzt gilt das kleine Raubtier als stark gefährdet! Der Grund: Sein attraktives Fell, das ihn zum begehrten Jagdobjekt macht.

Lediglich in einigen Regionen Frankreichs, Weißrusslands und Spaniens sowie im Donaudelta in Rumänien, Estland und Russland leben noch vereinzelt Europäische Nerze. Aus Deutschland ist er dagegen schon vor rund 100 Jahren verschwunden. 

Einer der Nerze im Heidelberger Zoo

Um den Nerz wieder anzusiedeln beteiligt sich EuroNerz e. V. am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für das Tier. Ziel ist nicht nur, den Bestand in Menschenhand zu erhalten, sondern in Zusammenarbeit und mit Unterstützung von Zoos eine Erhaltungszucht und damit eine Gründerpopulation für Wiederansiedlungen in geeigneten Lebensräumen zu schaffen. Dieses Projekt will auch der Zoo Heidelberg unterstützen – und glücklicherweise sind die Lebensbedingungen für den Europäischen Nerz im Zoo Heidelberg optimal.

Der kletterfreudige und wasseraffine Vertreter der Marder findet in seinem neuen Zuhause alles, was er für ein abwechslungsreiches Leben benötigt und das Zusammenleben des ersten, männlichen Nerzes mit den Waschbären – im großzügigen 540 Quadratmeter-Areal – scheint hervorragend zu funktionieren.

Sollte es weiterhin so gut funktionieren, wird das erste tragende Weibchen einziehen, um ihre Jungtiere im Zoo großzuziehen.

Für die Ansiedlung eines neuen Bestandes an ausgewählten geeigneten Standorten werden in den nächsten Jahren noch viele Tiere benötigt, um eine starke Gründerpopulation zu schaffen. „Gelingen kann diese wichtige Aufgabe jedoch nur, wenn die Bedingungen im Lebensraum stimmen“, erklärt Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. „Wir möchten und müssen darüber aufklären, welche große Bedrohung für unsere Tier- und Pflanzenwelt von invasiven Arten ausgehen kann.  Der Europäische Nerz ist das gefährdetste Säugetier Deutschlands und ist im restlichen Europa kaum noch vertreten. Hauptaufgabe ist es nun, dafür Sorge zu tragen, dass noch bestehende mögliche Lebensräume erhalten werden, um einem Gelingen eine Chance zu geben“. 

Eine gute Gelegenheit, sich über invasive Arten und Artenvielfalt zu informieren und dabei noch einen Blick auf den neuen Bewohner zu erhaschen, bieten Informationsveranstaltungen zum „Tag der Artenvielfalt“ am 3. und 5. Juni und am Artenschutztag am 3. Juli im Heidelberger Zoo.

Zoo Heidelberg/mk 

Quelle: Heidelberg24

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