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Am Landgericht Heidelberg beginnt am Montag der Prozess gegen einen mutmaßlichen Waffenhändler.

Pseudonym „Dosensuppe“

Waffenhandel im großen Stil: Angeklagter bestreitet Taten!

Heidelberg – Pumpguns, Kalaschnikows und Maschinenpistolen... Unter dem Decknamen „Dosensuppe“ soll ein Heidelberger über Jahre illegal Waffen vertickt haben.

Im Februar 2015 findet die Polizei bei einem 32-Jährigen in Heidelberg ein ganzes Arsenal an illegalen Waffen. Am Montag startet der Prozess gegen den Mann am Landgericht, doch der gelernte Optiker beteuert seine Unschuld.

Laut Anklage hat der 32-Jährige unter dem Pseudonym „Dosensuppe“ in 20 Fällen illegalen Waffenhandel im Darknet betrieben. Entdeckt wurde sein mutmaßliches „Lager“ bereits im Februar 2015 (WIR BERICHTETEN). Später, am 26. Oktober 2015, nahm man ihn im Rahmen weiterer Durchsuchungsbeschlüsse – unter anderem im Pfaffengrund – fest, bestätigt Landgerichtssprecher Henn auf Nachfrage von HEIDELBERG24.

Waffenhandel! Hausdurchsuchung bei Verdächtigem

Das Waffenarsenal des 32-Jährigen.

Im April 2016 erhebt die Staatsanwaltschaft dann Anklage gegen den mutmaßlichen Waffenhändler (WIR BERICHTETEN). Bei Prozessbeginn am Montag vor dem Landgericht bestreitet der Angeklagte die Vorwürfe: Er sei gar nicht die gesuchte Person. Der Sportschütze gibt lediglich zu, Waffen von einem Verkäufer für seine eigene Sammlung im Darknet erworben zu haben. Von illegalem Waffenhandel ins In- und Ausland will er nichts wissen – schon gar nicht unter dem Decknamen „Dosensuppe“. 

Auch den Namen seines Händlers nennt er nicht. Dieser habe ihm die erworbenen Sammlerstücke sogar persönlich nach Heidelberg geliefert. „Ich habe nie versucht eine Kriegswaffe zu kaufen“, sagt er. 

Belastende Ermittlungsergebnisse

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sprechen etliche Indizien gegen diese Version. So habe man DNA-Spuren des angeklagten Sportschützen an einem Paket gefunden, das ein Waffenkäufer aus Baden-Württemberg erhalten hatte. Sämtliche Pakete mit Waffen wurden zudem von Esslingen und Heidelberg aus versendet. In Esslingen arbeitet der gerlernte Optiker, in Heidelberg lebt er. Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an einen Zufall.

Für die Geldeingänge auf einem polnischen Bankkonto hatte er eine Erklärung: So handle es sich mitnichten um Überweisungen von Waffenkäufern; vielmehr seien dies Rückerstattungen von Verkäufern, deren Waren fehlerhaft gewesen seien.

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft wurde mutmaßlich mit einer der im Internet verkauften Waffen ein Mord in Neuenburg am Rhein im Jahr 2014 verübt. Eine andere dieser Waffen sei auf einem Foto zu sehen, auf dem ein Tschetschene vor einer Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) posiert.

Zollfahndung findet verdächtiges Paket

Auf die Spur des Angeklagten kam das Zollfahndungsamt Stuttgart im Februar 2015, nachdem wenige Monate zuvor am Flughafen Köln/Bonn drei Pistolenläufe in einer Paketsendung, die an den 32-Jährigen adressiert war, entdeckt worden waren (WIR BERICHTETEN).

sag/dpa

Quelle: Heidelberg24

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