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Ist ein Kompromiss für die Tram durchs Neuenheimer Feld gefunden (Symbolbild)?

Kurz vor der Einigung

Kompromiss für Neuenheimer-Straßenbahn gefunden?

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Heidelberg-Neuenheim - Lange haben die Verhandlungen bereits angedauert. Jetzt sieht es so aus, als wäre ein Kompromiss für die Tram durchs Neuenheimer Feld gefunden:

Lange dauern die Verhandlungen bereits an, jetzt haben die Universität Heidelberg, die Stadt Heidelberg und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH haben einen Kompromiss zur Straßenbahn ins Neuenheimer Feld erarbeitet.

Der vorgeschlagene Kompromiss

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) sichert zu, die Straßenbahntrasse im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses in einigen Details anzupassen, um dem Wunsch der Universität nachzukommen, die Entwicklungsmöglichkeiten für Wissenschaft und Forschung im Neuenheimer Feld auch künftig zu sichern. Konkret soll die geplante Trasse im Bereich des Hofmeisterweges soweit nach Süden verlegt werden, dass der Botanische Garten nur noch unwesentlich betroffen ist. Hierfür muss das Gebäude „Im Neuenheimer Feld 154" weichen, da auch der Straßenverlauf der Hofmeisterstraße in diesem Fall ein Stück nach Süden verlegt werden muss.

Zudem soll ein weiterer Abschnitt hinzukommen, auf dem die Bahnen ohne Stromaufnahme aus den Oberleitungen fahren sollen. Damit könnte vermieden werden, dass empfindliche technische Geräte und wissenschaftliche Forschungen durch elektromagnetische Ausstöße beeinträchtigt werden. Neben den bereits geplanten stromlosen Abschnitten im Bereich des DKFZ und der Kopfklinik soll daher auch auf Höhe des Physikalisch-Chemischen-Instituts ein Fahren ohne externe Stromzufuhr möglich sein. Ab 2022 soll im kompletten Abschnitt zwischen Kopfklinik und Berliner Straße stromlos gefahren werden. Die von der Universität geforderte Geschwindigkeitsbegrenzung in diesem Abschnitt wurde von der rnv zugesagt.

Zusätzlich sollen die Schienen im Streckenabschnitt Haltestelle Kopfklinik bis vor die Haltestelle Geowissenschaften in einem punktförmigen Masse-Feder-System gelagert werden. So können eine noch stärkere Schwingungsdämpfung als ursprünglich geplant erreicht und die Auswirkung auf den Forschungsbetrieb im Bereich der Trassenführung weiter reduziert werden.

Kompromiss-Suche

Auf Einladung von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer fanden in den vergangenen Wochen hierzu mehrere Spitzengespräche statt mit dem Ziel, durch Entgegenkommen aller Beteiligten eine Rücknahme der Klage der Universität Heidelberg sowie weiterer Kläger gegen den Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Karlsruhe und damit einen schnellen Baubeginn zu ermöglichen.

Hätte das Treffen zu keiner Einigung geführt, müsste eine Klärung vor Gericht ausgefochten werden. Das hätte dann eine größere zeitliche Verzögerung bedeutet, was ebenfalls die Förderung durch Landes- und Bundesmittel gefährdet hätte.

Beratung des Gemeinderats am 18. Dezember

Der Heidelberger Gemeinderat wird sich nun am 18. Dezember mit dem Kompromiss befassen. Sollte er dem Vorschlag zustimmen und die übrigen Klagen gegen die Trassenführung unter anderem des DKFZ und der Max-Planck-Gesellschaft ebenfalls fallen gelassen werden, ist die Universität Heidelberg bereit, ebenfalls ihre Klage auf der Basis eines Vergleichsvertrags zurückzuziehen.

Ministerin Theresia Bauer: „Universität, Stadt und Rhein-Neckar-Verkehr GmbH stehen kurz vor einer außergerichtlichen Einigung. Durch den Kompromiss sichern wir nicht nur ein Verkehrsprojekt von Landesinteresse, sondern auch die Belange von Wissenschaft und Forschung. Wir schaffen mehr Verbindungen zwischen Stadt und Universität – hoffentlich nicht nur im verkehrlichen Sinne.

Die Straßenbahn ins Neuenheimer Feld ist eines der wichtigsten Heidelberger Verkehrsprojekte. Deshalb sind die zwischen Stadt, Universität und Vorhabenträger gefundenen Kompromisse sehr bedeutend“, erklärt Dr. Eckart Würzner, Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg: „Wir pflegen sehr gute Beziehungen zwischen Stadt und Universität. Ich bin sehr froh, dass wir uns auf dieser Grundlage auf einige Anpassungen verständigen konnten, die sich klar im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses bewegen und mit denen wir zugleich auch künftigen Interessen der wissenschaftlichen Anrainer im Neuenheimer Feld noch stärker Rechnung tragen können als zuvor.

Das Neuenheimer Feld ist ein Forschungs- und Wissenschaftscampus. Daher müssen die wissenschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten sowohl bereits existierender als auch zukünftiger Einrichtungen Vorrang haben vor allen anderen städtebaulichen Belangen einschließlich der Verkehrserschließung“, erklärt Prof. Dr. Bernhard Eitel, Rektor der Universität Heidelberg. Daher ist es wichtig, die noch vorhandenen Entwicklungsflächen so zu gestalten, dass sie größtmöglichen Gestaltungsspielraum für die Realisierung künftiger Wissenschaftsprojekte garantieren.

Auch mit weiteren Klägern wurden Gespräche geführt, die einen positiven Abschluss erwarten lassen.

>>> Mehr zum Thema: Der Streit ums Neuenheimer Feld geht weiter

Stadt Heidelberg/mk

Quelle: Heidelberg24

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