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Seit 11. August findet man den Circus Rudolf Renz in Kirchheim

Demonstration

Auf sie mit Gebrüll! Tierschutzverein gegen Zirkus

Heidelberg-Kirchheim - ,Circus Rudolf Renz‘ präsentiert ab dem 11. August seine Show für Jung und Alt. Doch Tierschützer demonstrieren gegen den Zirkus. Was beide Seiten sagen:

Seit 11. August findet man den Circus Rudolf Renz in Kirchheim

Ab dem 11. August gibt es wieder jede Menge Unterhaltung in Heidelberg, denn der ,Circus Rudolf Renz’ ist in Kirchheim. Den Zirkus gibt es seit dem 19. Jahrhundert, um genau zu sein seit 1842. Er wird immer wieder von der nächsten Generation übernommen. Neben Clowns, Akrobaten und Jongleure treten auch Kamele und Pferde im Zirkus auf – und genau hier liegt das Problem: Immer mehr Menschen demonstrieren gegen die Haltung von Tieren in Zirkussen.

Tierschützer sind für ein absolutes Tierverbot im Zirkus!

Die bekannte Tierschutzorganisation ,PETA’ zeigt auf ihrer Homepage zum Thema Zirkus zahlreiche Bilder von qualvoll misshandelten Tieren. So werden kleine Bären stundenlang an Ketten angebunden, damit sie das Aufrechtstehen ,lernen‘, oder Affen werden mit einem Stock geschlagen, wenn sie nicht direkt die Anweisung des ,Trainers’ folge leisten. Laut PETA werden die Tiere die „meiste Zeit ihres Lebens (..) in engen Käfigen und Gehegen verbringen“.  

Aber auch kleinere Tierschutzorganisation setzen sich für die Freiheit der Tiere ein. So hat sich die Organisation ,die tierbefreier e.V.’ zusammengeschlossen, um am Eröffnungstages des ,Circus Rudolf Renz’ zu demonstrieren. Der Verein kämpft für das „Recht auf Freiheit, Unversehrtheit und ein uneingeschränktes Lebensrecht“ der Tiere.

Wir haben mit den Tierschützer gesprochen und gefragt, was genau sie fordern:

Seit 11. August findet man den Circus Rudolf Renz in Kirchheim

Der ,tierbefreier‘ Verein hat grundsätzlich nichts gegen Zirkusse, er will ,nur‘, dass sie aufhören mit Tieren zu arbeiten. „Es gibt auch andere erfolgreiche Zirkusse – und das ohne Tiere“, so einer der Tierschützer. Wir haben gefragt, warum genau sie demonstrieren: „Es entspricht unserer Lebensweise - wir ernähren uns alle vegan. Tiere sollen sich frei entfalten können und nicht eingesperrt sein“. 

Der Verein steht direkt mit seinen Plakaten vor dem Eingang zum ,Circus Rudolf Renz‘ und das zukünftige Publikum muss direkt an ihnen vorbei. „Das wird den Betreiber verägern, da es die Menschen abhalten könnte, überhaupt in den Zirkus zu gehen. Wir wurden auch schon einmal deshalb von Zirkusbetreibern mit Wasserschläuchen abgespritzt. Aber die Menschen finden das interessant und sehen es oft ein, dass Tiere nicht in den Zirkus gehören“, so die Tierschützer. Die Demonstration wird von der Landesvorsitzenden Rheinland-Pfalz der Tierschutzpartei unterstützt. 

Was Herr Renz zu seinem Zirkus, seinen Tieren und der Demo sagt:

Freundlich werden wir hinter den Zirkus geführt, um uns ein eigenes Bild vom Zirkus und den Umständen zu machen. Was wir zu sehen bekommen, ist alles andere als qualvoll: Schlafende Kamele, Pferde mit frischen Heu und Stroh und Koppel auf dem Weizenfeld. Der Zirkusbetreiber zeigt ganz stolz, wie gut seine Tiere gepflegt sind. Die Hufe werden regelmäßig geschnitten und gefeilt, die Araber-Pferde werden täglich geputzt und gut versorgt. 

Man merkt, dass dem Mann die Tiere am Herzen liegen und dass ihn die Tierschützer stören. „Nicht weil sie das Publikum abhalten, sondern weil sie ein falsches Bild zeigen“, so Herr Renz. 

Herr Renz schmust mit einem Lama

Würden Tiere zu jemanden kommen, wenn sie jemanden nicht leiden könnten?“, sagt der Besitzer und geht zu einem Lama, welches direkt auf ihn zukommt. Auch kriecht er zu einem seiner Hengste durch und zeigt uns, dass sie ihm nie etwas machen würden. Die Pferde sehen nicht ängstlich, sondern entspannt aus.

Seit 11. August findet man den Circus Rudolf Renz in Kirchheim

Wir haben ihn gefragt, ob er nicht das Gespräch zu den Demonstranten sucht. Herr Renz sagt, dass er es früher versucht hat, doch irgendwann hat er aufgegeben. 

Was ist jetzt also richtig?

Betreiber wie Herrn Renz zeigen, dass ein Zirkus richtig mit Tieren umgehen kann. Sie fahren keine weite Strecken, nie auf Autobahnen und schon gar nicht wenn es warm ist. Aber natürlich gibt es, wie in jeder Branche ,schwarze Schafe‘. Dass es Tierquäler gibt, ist unumstritten und dass Tiger und Löwen nicht in den Zirkus gehören, ist auch verständlich.

Am Ende wäre vielleicht die sinnvollste Idee einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. So kann jeder selber entscheiden, ob die Tiere gut oder schlecht gehalten werden. In diesem Fall von Herrn Renz steppt kein Bär, keine Qual, sondern ein Tierfreund.

jol

Quelle: Heidelberg24

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