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Ein Mann, dem die Frauen vertrauen: "James Bond"- Darsteller Sean Connery in einer Szene mit Kim Basinger in dem Film "Sag niemals nie" (1983).

Eine Frage der Evolution

Werden haarige Männer bevorzugt?

Jeder hat normalerweise Haare am Körper, aber warum sind Männer so viel haariger als Frauen? Ist die Köperbehaarung bei Männern ein Vorteil? Finden Frauen behaarte Männer eher sexy oder doch eklig?

Im Laufe der Evolution zum Homo Sapiens hat sich die Köperbehaarung verändert. Im Gegensatz zu anderen Primaten, wie beispielsweise die mit uns verwandten Affen, sind wir quasi nackt. Vom Fell ist der "Krönung der Schöpfung" jedoch an manchen Stellen des Köpers noch sichtbares volles Haar erhalten geblieben. Warum das so ist, können Forscher nur vermuten. Am Kopf könnte das Haupthaar weiterhin als Kälte oder Hitzeschutz dienen, an der Scham könnte es zum Schutz von Bakterien und Parasiten sprießen. 

Männer und Frauen haben die gleiche Anzahl von Haarfollikeln. Obwohl es oft den Anschein hat, dass die Herren der Schöpfung viel mehr Haare auf dem Körper haben. Allerdings besteht bei Männern die Köperbehaarung vermehrt aus dem sogenannten Terminalhaar (siehe Info unten). Diese Haarsorte ist dick und pigmentiert. Bei Männern sind Terminalhaare nicht nur auf dem Kopf oder der Scham zu finden, sondern auch auf der Brust, Rücken und anderen Stellen. Wie stark sich die Körperbehaarung bei den einzelnen Mannsbildern entwickelt, hängt einerseits von der genetischen Veranlagung, anderseits von Hormonen ab.

Die Frage, ob haarige Männer von Frauen bei der Partnerwahl bevorzugt werden, beschäftigt Wissenschaftler seit langem.

Die unterschiedlichen Haarsorten

Lanugohaar

Haarflaum, der den Fötus bedeckt. Sie fallen nach der Geburt wieder aus.

Vellushaar

Das zarte, dünne und flaumige Haar ersetzt ab dem 6. Lebensmonat das Lanugohaar. Es ist auf dem ganzen Körper an Armen, Beinen und im Gesicht bis auf Hand- und Fußflächen und Lippen zu finden. Es gibt eine sehr geringe Pigmentierung, deswegen sind diese Haare meist farblos bis hellblond.

Terminalhaar

Nach der Pubertät bestehen beim Menschen das Kopfhaar, die Bart-, Nasen- und Ohrenbehaarung sowie Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung aus Terminalhaaren.

Prof. Pavol Prokop Biologe an der Trnava Universität in der Slowakei ist beispielsweise der Frage nachgegangen, ob Frauen eine Vorliebe für Männer mit Brustbehaarung haben, um den Befall von Läusen und anderen Parasiten zu vermeiden.

Haare machen nämlich die Haut empfindlicher und dienen so als Schutz: Laut einer Theorie verstärken Haare den Reiz, wenn Zecken, Läuse oder Bettwanzen über die Haut krabbeln. Außerdem brauchen die Parasiten länger, um eine Stelle zum Blutsaugen zu finden. Eine kräftige Körperbehaarung könnte demnach ein Vorteil sein, um eine Partnerin zu finden. Jedoch konnte er im Rahmen seiner Studie keinen Hinweis darauf finden. Die Körperbehaarung hätte keinen Einfluss auf die Partnerwahl. 

Für das weibliche Geschlecht machte es zudem keinen Unterschied, ob viele oder wenige Parasiten in der Umgebung lebten. Darüberhinaus war es irrelevant, ob die Väter der Frauen Brusthaare hatten oder nicht.  

Bei Haaren im Gesicht sind Frauen, laut einer australischen Studie, allerdings wählerisch. Demnach bevorzugen Frauen Männer mit Dreitagesbart eindeutig vor glattrasierten oder mit Vollbart. Die stark stopplige Gesichtsbehaarung werteten Probandinnen als besonders attraktiv. Bei den befragten Männern dagegen kam der Dreitagebart genauso gut an wie der Vollbart. Allerdings zeigten die Ergebnisse, dass vollbärtige Männer als bessere Väter angesehen werden - und zwar von beiden Geschlechtern.

ml

 

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