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Neuropsychologen erklären dem Musiker Sting seine Gehirnaktivitäten.

Musikhören beim MRT-Scan

Für die Forschung: Sting lässt sein Gehirn scannen

Musiker Sting ist Solo und als Sänger der Band Police weltweit ein Star. Kanadische Wissenschaftler haben jetzt untersucht, wie sein musikalisches Gehirn funktioniert. 

Der britische Musiker Sting hat sich in Montreal einem Gehirnscan unterzogen. Und das bei voller Gesundheit. Währenddessen spielten Wissenschaftler dem Songwriter verschiedene Musikstücke vor und verfolgten, wie Stings Gehirn darauf reagierte.

Das Ergebnis: Anhand der Gehirnaktivitäten stellten die Forscher ein besonderes Talent fest. Der Songwriter stellt demnach Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Musikstücken fest, die andere Hörer nicht wahrnehmen, die aber durch musiktheoretische Fakten bewiesen werden können. 

Diese faszinierenden Erkenntnisse über das Gehirn von Sting wurden nun im Fachmagazin "Neurocase" veröffentlicht, wie die Universität McGill mitteilt. 

Rockstar als Fan der Wissenschaft

Die Studenten der McGill Universität staunten wohl nicht schlecht, als sich Weltstar Sting am Nachmittag vor seinem Konzert in Montreal auf ihren Campus begab. Sting wollte das Labor des Neuropsychologen Daniel Levitin besichtigen, da ihn dessen Buch "This Is Your Brain on Music" (zu deutsch: Der Musik-Instinkt: Die Wissenschaft einer menschlichen Leidenschaft) begeistert. Der Wissenschaftler nutzte den berühmten Besuch sofort für seine Forschung und scannte das Gehirn des britischen Rockstars.

Wie Talent im Gehirn funktioniert

Die Neuropsychologie versucht derzeit anhand von neuartigen Tests zu zeigen, wie Gehirne von herausragenden Persönlichkeiten funktionieren. Hochbegabte Menschen erkennen beispielsweise automatisch Zusammenhänge, die andere Personen einfach nicht sehen. Oder in Stings Fall eben hören.

Beatles und Piazzolla hatten ähnliche Effekte

So spielten die Wissenschaftler dem Sänger im MRT-Gerät verschiedene Songs vor. Beim Beatles Hit "Girl" und Piazzollas "Libertango" reagierte Stings Gehirn ähnlich. Und in der Tat: Prüft man die Musiktheorie, zeigt sich aber, dass beide in Moll-Harmonien geschrieben sind und ähnliche Melodie-Teile aufweisen. Beim reinen Zuhören würden die meisten von uns das nicht erkennen. 

Auch bei Stings eigenem Stück "Moon over Bourbon Street" und dem Song "Green Onions" von Booker T. and the MG's wurden beim Police-Sänger ähnliche Gehirnbereiche aktiviert. Wie sich zeigte, sind beide Stücke in F-Moll geschrieben und haben exakt dasselbe Tempo.

RS

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