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Die Hände von Angela Merkel können Neurowissenschaftlern wohl einiges verraten.

Blick in das Gehirn

Ängstlich oder sportlich? Ihre Finger verraten es

Sind Sie eher ein ängstlicher Typ oder eine echte Sportskanone? Ein Blick auf die Finger genügt, um das herauszufinden. Denn, die Länge des Zeigefingers und des Ringfingers verraten es. 

Zeigefinger und Ringfinger sind bei Frauen und Männern unterschiedlich lang. Doch bei einigen ist der Zeigefinger länger als der Ringfinger oder der Zeigefinger kürzer als der Ringfinger.

Doch warum ist das so?

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Testosteron-Level im Mutterleib dabei eine besondere Rolle spielt. Die Hormon-Dosis vor der Geburt wirkt sich später auf die Länge der Finger von Erwachsenen aus.

Kurzer Zeigefinger

Sind Jungen und Mädchen einer hohen Dosis an Testosteron in der Gebärmutter ausgesetzt, ist der Zeigefinger kürzer als der Ringfinger.

Langer Zeigefinger

Ist der Zeigefinger dagegen länger als der Ringfinger, hat das Ungeborene weniger Testosteron in der Gebärmutter abbekommen.   

Auf den ersten Blick scheint es einfach nur eine Laune der Natur, dass diese Finger entweder länger oder kürzer sind. Doch das Verhältnis der Länge von Zeige- und Ringfinger wird bei Erwachsenen mit unterschiedlichen Fähigkeiten in Verbindung gebracht.

Mehr Testosteron - besseres Raumgefühl

Testosteron hat laut Studien einen Einfluss auf verschiedene körperliche und sportliche Leistungen. Eine hohe Testosteron-Dosis vor der Geburt wird mit besseren Fähigkeiten in Verbindung gebracht, berichtet der Mediziner und Wissenschaftler Carl Pintzka von der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in einer aktuellen Pressemitteilung. 

Darüberhinaus verdichten sich Hinweise, dass vor allem Männer mit einem hohen Testosteron-Spiegel einige Aufgaben besser bewältigen könnten, besonders wenn dabei Räumliches Vorstellungsvermögen gefragt ist.

Niedriges Testosteron - besseres Sprachgefühl

Umgekehrt ist ein niedriger Testosteron-Wert mit besseren Fähigkeiten bei Aufgaben, die das Gedächtnis fordern, verbunden, wie das Erinnern von Wörter-Listen.  

Doch der Testosteron-Level des Fötus in der Gebärmutter hat laut Pintzka auch einen Einfluss auf das Risiko von bestimmten Erkrankungen des Gehirns, wie Studien gezeigt hätten.  

Männer, die vor der Geburt eine hohe Dosis Testosteron abbekommen hätten, sind zwar sportlicher und athletischer, aber auch anfälliger für  ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung), Tourette-Sydrom und Autismus. Das hätten Studien gezeigt.

Ein niedriger Testosteron-Spiegel dagegen, soll das Risiko erhöhen unter Angst oder Depressionen zu entwickeln. Erkrankungen, die häufiger Frauen treffen.

Wie groß ist der hormonelle Effekt

Hat das Testosteron eine unterschiedliche Wirkung auf das Gehirn von Frauen und Männern? Mit dieser Frage hat sich der Forscher Carl Pintzka nun auseinandergesetzt. 

Im Rahmen einer Studie hat Pintzka 42 Frauen untersucht. Zuerst wurden bei den Probandinnen die Länge der Zeige-und Ringfinger vermessen, um die Testosteron-Exposition in der Gebärmutter zu bestimmen. 

Danach mussten die Frauen bei einem Test in einem virtuellen Labyrinth navigieren und 3D-Objekte drehen. Eine Gruppe der Studienteilnehmerinnen bekam jedoch vor dem Test einen Tropfen Testosteron verabreicht.  

Das Ergebnis: Eine hoher Testosteron-Wert hat, nach Ansicht von Pintzka, einen positiven Effekt auf das räumliche Denken. 

Obendrein zeigte sich, dass der Hormonspiegel sowohl in der Gebärmutter als auch im Erwachsenenalter wichtig ist.  

„Frauen, die anspruchsvolle 3D-Rotations-Aufgaben leicht lösen konnten, hatten vor der Geburt als auch als Erwachsene einen hohen Testosteron-Spiegel“, sagt Carl Pintzka.

Zeigefinger länger als

der Ringfinger

Zeigefinger kürzer 

als der Ringfinger

Niedriger

Testosteron-Spiegel

Hoher

Testosteron-Spiegel

Schlecht in Sport

Besser in Sport

Besseres sprachliches

Gedächtnis - können sich

besser Listen mit Wörtern merken

Besseres Räumliches Denken

 - können 3D-Rotationsaufgaben besser lösen 

Neigen eher zu

Angst oder

Depressionen

Entwickeln eher

ADHS, Autismus oder Tourette-Syndrom

Der Artikel über die Studie ist im Fachmagazin Science Direct veröffentlicht worden.

ml

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