+
Mercedes C-Klasse T-Modell und S-Klasse Coupé  - zwei Autos, ein Stern: Und zwar ein guter, was das Design angeht, seitdem Gorden Wagener für das Aussehen bei Mercedes verantwortlich ist.

Papa-Mobil vs. Hightech-Diwan

Unvergleichlich?Mercedes C-Klasse gegen S-Klasse

Unvergleichlich unvergleichbar – aber beide Modelle sind aus dem Hause Mercedes. Bei unserem Test treten C-Klasse und S-Klasse von Mercedes gegeneinander an. 

Auf der einen Seite: Die früher als biedere Familienkutsche empfundene C-Klasse als T-Modell. Auf der anderen Seite das High-End-Luxus-Produkt, ein S-Klasse Coupé. Papa-Mobil vs. Hightech-Diwan für die Topverdiener. Wir haben das Unvergleichliche gemacht, zwei (Auto-)Welten, ein Test.

Und das sind die harten Fakten – soweit vergleichbar. Preis: Hier reden wir von zwei Welten. Während das T-Modell schon ab 33.439 Euro zu haben ist (als C 160 mit 129-PS-Benziner), kostet das S-Coupé mit 99.960 Euro (S 400 mit 367 PS) das Dreifache. Noch größer ist die Spreizung, wenn man vom AMG S 65 träumt, denn der dürfte mit einem Grundpreis von 245.556,50 Euro vor allem als Wüstenschiff in die Golfstaaten gehen.

Motor: Wir haben den C 250 Bluetec getestet, einen laufruhigen, kultivierten Diesel mit 204 PS. Der Antrieb ist kräftig, im unteren Drehzahlbereich schon fast ungestüm, und die Beschleunigungswerte von 6,9 Sekunden können sich sehen lassen. Dafür brauchte das Familienschiff im Testbetrieb, der relativ genau dem EU-Drittelmix entsprach, aber auch nur knapp 7 Liter.

Die prallen Mercedes-Hinterteile und doppeflutigen Auspuffanlagen jedoch dürften sowohl bei der C- als auch bei der S-Klasse Liebhaber finden.

Im S 500 Coupé dürften solche Werte ausschließlich im Leerlauf erreicht werden, denn der bullige 4,7-Liter-Achtzylinder mit seinen 455 PS ist ein Antriebsmonster, das mit einem Drehmoment von 700 Nm den Zweitonner in nur 4,6 Sekunden von 0 auf 100 bringt. Auch wenn das politisch unkorrekt sein mag, wir geben zu, dass so ein Motor trotz Testverbrauchswerten von um die 12 Liter und einer CO2-Emission von 219 g/km einfach Spaß macht. Trotzdem fällt das Fazit zugunsten des C 250 aus, denn für den Alltag reicht die Leistung und der Verbrauch spricht für sich.

Mercedes S-Klasse.

Komfort & Fahrverhalten: Hier muss man fast keine Abstriche machen. Der S-Klasse-Diwan fährt sich dank Luftfederung wie auf Wolken, das T-Modell ebenfalls, wenn man hier die Kleinigkeit von 1400 Euro in die Airmatic investiert. Womit die C-Klasse nicht aufwarten kann – wobei bezweifelt werden muss, ob es so etwas überhaupt braucht – ist, die Kurvenneigefunktion des S-Coupé. Hier wird einem durch die Fahrwerkstechnik das Gefühl vermittelt, sich wie ein Motorradfahrer in die Kurven legen zu können.

Luxus im Innenraum der Mercedes C-Klasse.

Innenausstattung: Klar, in der dreimal teureren S-Klasse ist alles einen Tick feiner und hochwertiger. Aber auch in der C-Klasse haben die Stuttgarter mehr als ein gediegenes Interieur (zum Beispiel Leder oder Klavierlack) zu bieten. Hier kommt es ganz auf den Geldbeutel an, was man sich an Extras leisten kann oder will. Trotzdem: Es gibt nichts Besseres als was Gutes. Und hier gewinnt die S-Klasse klar den Vergleich.

Assistenzsysteme: Hier gilt, Mercedes testet in den oberen Klassen das, was in den unteren irgendwann ankommt. Das hat schon Tradition und so ist die C-Klasse schon mal grundsätzlich mit Assistenzsystemen zugepflastert. Der Klassiker ist die Distronic plus (also der kombinierte Geschwindigkeits- und Abstandshalter; Kostenpunkt 1148 Euro), der bei keinem anderen Hersteller so effektiv und einfach zu haben ist wie bei Mercedes. Und das gilt auch für die mehr als praktische 360-Grad-Kamera, die eigentlich jeden Einparkschnitzer verhindern müsste.

Klar, was den Innenraum anlangt, hat das dreimal teurere Luxus-Coupé die Nase vorn.

Dass die S-Klasse dann aber doch noch einen Tick mehr zu bieten hat, ist logisch. Als bestes Beispiel sei hier der Nachtsichtassistent genannt. Das Display zeigt hier auch bei stockdunkler Nacht Personen oder Tiere als rote Silhouette an. Wenn man weiß, dass zwar nur 20 Prozent des Verkehrsaufkommens auf die dunkle Zeit entfällt, dafür aber 40 Prozent aller tödlichen Unfälle, dann ist der Preis von 2427 Euro dann doch eine gute Investition. Bei der Testfahrt hat sich das Gerät jedenfalls schon gelohnt, für Mensch und Tier, als es ein Reh am finsteren Straßenrand erkannte.

Fazit

Warum wir jetzt das Unvergleichliche verglichen haben? Nur um zu sehen, ob Mercedes wieder da ist, wo die Stuttgarter schon mal waren, bevor fragwürdiges Design und Qualitätsprobleme die Wagenschmiede in eine Schieflage gebracht haben. Und siehe da: Das Gefühl einen Mercedes zu fahren, das stellt sich nicht nur bei Luxusschlachtschiffen ein. Sondern auch schon im kleinen Ausflugsboot. Ein Mercedes ist wieder ein Mercedes. 

Wie die Zeit vergeht! Mit dem T-Modell von Mercedes

RDF

Video

Die spektakulärsten Crash-Videos des Jahres

Die spektakulärsten Crash-Videos des Jahres

Outdoor-Typ: Mercedes E-Klasse All-Terrain

Outdoor-Typ: Mercedes E-Klasse All-Terrain

Volvo hängt auf der Skipiste fest

Volvo hängt auf der Skipiste fest

Kommentare